522.02.09|München|München|8
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München - Darf die Bundeswehr auf Paradeplätzen der Nazis ein Gelöbnis veranstalten? Darüber streiten Stadt und Freistaat. Innenminister Herrmann hält das Nein von OB Ude für falsch.

© Marcus Schlaf
Der Königsplatz in München wurde bei den Nazis als Aufmarschplatz für Paraden benutzt. Deshalb wehrt sich Oberbürgermeister Christian Ude gegen eine Nutzung durch die Bundeswehr als Platz für Gelöbnisse.
Am 31. Juli sollen in München mehrere hundert Rekruten öffentlich ihr Gelöbnis auf die freiheitlich demokratische Grundordnung ablegen. So plant es Generalmajor Gert Wessels, Befehlshaber des Wehrbereichs IV. Wessels hat für die Veranstaltung den Königsplatz ins Visier genommen. Denn der ist groß und liegt zentral.
FDP und CSU im Rathaus sehen dies etwas anders. Ein Gelöbnis der Bundeswehr auf dem Königsplatz hätte einen „Kontrapunkt“ zur Nazi-Vergangenheit setzen können, glaubt FDP-Fraktionschef Michael Mattar. Das denkt auch der Vorsitzende der Rathaus-CSU, Josef Schmid. Dennoch halte er den Hofgarten für die „noch bessere Lösung“. Den nennt mittlerweile auch die Bundeswehr eine „mögliche Alternative“ – wenngleich das Gelöbnis dort kleiner ausfiele.
Bereits im vergangenen Jahr war intensiv über ein öffentliches Gelöbnis diskutiert worden: vor dem Berliner Reichstag. Am Ende hatte sich die Bundeswehr durchgesetzt. Die Rekruten traten auf der Rasenfläche an, um deren Erhalt die Bezirksverwaltung zunächst gefürchtet hatte.
In München geht es hingegen um die Geschichte der möglichen Gelöbnis-Stätten. Es gebe in München keinen Ort, der historisch mehr belastet sei als der Königsplatz, sagte Historiker Jürgen Zarusky vom Institut für Zeitgeschichte in München. „Für eine wirklich kluge Idee halte ich das nicht.“
Matthias Kristlbauer und Christian Deutschländer
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