München - Neues Internet-Portal für Satellitenbilder offenbart Pannen bei der Bearbeitung der Fotos aus dem All

© www.flashearth.com
Tücken der Technik: Die Satellitenbilder sind aus vielen Einzelbildern, sogenannten Kacheln, zusammengesetzt. Zwischen den einzelnen Aufnahmen verändert sich die Position des Satelliten und damit der Blickwinkel. Dadurch gibt es speziell im Umkreis hoher Gebäude Probleme beim nahtlosen Zusammensetzen der Kacheln. In diesem Fall hat der Computer von Microsoft Visual Earth kurzerhand den Südturm des Doms verschwinden lassen.
Nanu, da fehlt doch was! Auf dem Satellitenbild der Innenstadt hat die Frauenkirche nur einen Turm. Doch keine Sorge: Die Amputation fand nur in der virtuellen Welt statt (siehe Bildtext). In der Realität ist Münchens Wahrzeichen zwar teilweise eingerüstet, aber vollständig. Und auch um den Olympiaturm müssen wir uns keine Sorgen machen. So angeknabbert, wie Microsoft ihn uns im Internet präsentiert, ist er gottlob nicht.
Der Zugang zu derartigen Bildern ist leichter geworden. Ein neuer, kostenloser Service macht „Google Earth“, dem Platzhirsch unter den Satellitenbild-Programmen, Konkurrenz. Auf der Internetseite www.flashearth.com bietet sich die Möglichkeit, jeden Ort der Welt aus der Satelliten-Perspektive anzusehen. Dabei hat man die Wahl, auf welche Bildquellen man zurückgreifen will. Zu all dem muss man nicht einmal ein Programm installieren. Die Anwendung läuft im Internet-Browser und ist auch mit der Rechenleistung älterer Computer zufrieden. Sie lässt sich aber auch in Google Earth integrieren.
Per Mausklick kann man innerhalb des gewählten Kartenausschnitts zwischen Bild- und Kartenmaterial von Microsoft, NASA, Yahoo und weiteren Anbietern wechseln. Das ist vor allem deshalb interessant, weil die Bilder nicht überall die gleiche Auflösung haben. Wer sein Haus bei Google Earth nur als unscharfen Fleck findet, erkennt womöglich bei Microsoft oder Yahoo mehr – oder umgekehrt.
Microsofts Material dagegen glänzt mit hoher Auflösung. Die Bilder lassen sich heranzoomen, bis man einzelne Fahrzeuge und Gebäudeteile erkennen kann. Auf unserem Bild sind in der Fußgängerzone unterhalb der Frauenkirche sogar einzelne Menschen auszumachen. Da fällt es umso mehr auf, dass einer der mächtigen Dom-Türme dezent ausgeblendet wurde. Beim Olympiaturm übte sich der Computer sogar im harten Schnitt: Ein Eck der Nachbar-Kachel, die den 180 Meter tiefer gelegenen Rasen zeigt, überlappt die Turmkanzel. Es ist also, wie immer, wenn man sich hoch hinaus wagt, Vorsicht geboten. Aber lohnend ist der Blick auf München von ganz hoch droben allemal.
von Peter T. Schmidt
Karte wird geladen...

Bestimmen Sie auf der Karte die Region, aus der Sie Nachrichten angezeigt bekommen möchten.



Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.