München - Hoch über dem Gärtnerplatz entstehen die vielleicht teuersten Wohnungen Münchens. Der Stadtrat gab grünes Licht für ein neues Stadtquartier auf dem Gelände des alten Fernheizkraftwerks.

© Simulation: AIP
Traumhaft teure Wohnungen sollen entstehen, wenn das ehemalige Heizkraftwerk an der Müllerstraße zum neuen Ensemble mit Namen „The Seven“ umgebaut wird.
Selbst OB Christian Ude war begeistert von dem Ausblick. Als er den 56 Meter hohen Turm des alten Fernheizkraftwerks besichtigte, war er gar nicht so böse, dass der Lift ausfiel und er eine Weile oben warten musste - so konnte er das München-Panorama noch länger genießen. Der alte Maschinenturm soll nun das Wahrzeichen eines neuen Stadtquartiers werden.
Der Investor „Alpha Invest Projekt“ (AIP) entwickelt das Ensemble „The Seven“ an der Müllerstraße. Die Firma will den Turm erhalten - er soll jedoch eine neue Fassade und ein völlig neues Innenleben bekommen. In den oberen Etagen entstehen laut der AIP die vermutlich teuersten Wohnungen Münchens: Luxusheime, die sich auf Wunsch sogar über eine oder zwei ganze Etagen erstrecken und mit einer herrlichen Aussicht locken.
Gleich nebenan, auf dem Grund an der Müllerstraße 3, entsteht obendrein ein Büro- und Geschäftshaus. Auch Läden und Lokale können in den Neubauten noch Platz finden.
Der Stadtrat unterstützt das Projekt. Allerdings wollten die Grünen gerne zwingend festschreiben, dass die oberste Etage des Turms eine öffentliche Nutzung erhält. Sie träumen von einem Panorama-Restaurant oder Dachcafé. Doch Ude erteilte ihnen einen Rüffel: Es wäre ein „enteignungsgleicher Eingriff“, wenn die öffentliche Hand sich nachträglich Nutzungen in dem Bau unter den Nagel reißen wolle, so der OB.
Der Stadtrat folgte mehrheitlich Udes Meinung. AIP-Chef Jörg Scheufele ist nun also nicht verpflichtet, ein Dachcafé zu ermöglichen. Er wäre aber nicht unbedingt dagegen - wenn ein Betreiber käme, der die Flächen für so ein Lokal kauft und glaubt, es wirtschaftlich betreiben zu können. „Doch da bin ich skeptisch“, so Scheufele. Zweimal im Jahr sollen die Bürger aber von einer Aussichtsplattform aus das Panorama genießen dürfen.
Johannes Patzig
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