4417.02.09|München|München|66
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München - Die Warnstreiks im Öffentlichen Nahverkehr gehen in die zweite Runde. Nach Informationen des Münchner Merkur stehen am Freitag, 27. Februar, in München U-Bahnen, Busse sowie Tram-Bahnen für 24 Stunden still.

© Marcus Schlaf
Warnstreik, Teil 2: Am Freitag, 27. Februar, stehen die Münchner wieder vor verschlossenen U-Bahn-Stationen. Diesmal dauert der Streik wohl 24 Stunden.
Bereits am 3. Februar hatten streikende Fahrer den öffentlichen Nahverkehr in elf bayerischen Städten teilweise komplett lahmgelegt. In München dauerten die Arbeitsniederlegungen lediglich zwölf Stunden. Diesmal aber plant die Gewerkschaft offenbar auch in der Landeshauptstadt einen Ausstand für 24 Stunden.
Schon den ersten Warnstreik hatten die Gewerkschaften kurz vor einer Verhandlungsrunde angesetzt. Allerdings mit mäßigem Erfolg: Die Gespräche am 5. Februar in München gingen zu Ende, ohne dass sich die beiden Seiten entscheidend angenähert hätten.
Die Gewerkschaften fordern für die rund 6500 Beschäftigten im Freistaat 9,5 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 250 Euro. Der Kommunale Arbeitgeberverband Bayern bietet dagegen Entgelterhöhungen von 2,6 und 2,4 Prozent in diesem und im nächsten Jahr. Hinzu kommen sollen eine Einmalzahlung von 200 Euro sowie eine Erhöhung der Schichtzulagen um 20 Prozent. Die Arbeitgeber haben ihr Angebot jedoch mit der Forderung verknüpft, die wöchentliche Arbeitszeit ab Januar 2010 von 38,5 auf 40 Stunden zu verlängern.
Während die Arbeitgeber in diesem Angebot eine „nachhaltige Einkommenssteigerung“ sehen, spricht man auf Gewerkschaftsseite von einer Provokation. Besonders die Arbeitszeitklausel sei „unverfroren“, weil die Arbeitnehmer so ihre Lohnerhöhung, die gerade einmal die Inflation abdecke, selbst finanzieren müssten. Insider berichten, die Streikbereitschaft bei den Fahrern sei sehr groß.
Ein Verdi-Sprecher wollte die Informationen über den Warnstreik am 27. Februar gestern nicht bestätigen – er dementierte sie aber auch nicht. Die Gewerkschaft hatte versprochen, die Öffentlichkeit wie beim letzten Mal frühzeitig über die Arbeitsniederlegungen zu informieren, um ein totales Verkehrschaos zu verhindern. Am 3. Februar war diese Strategie aufgegangen: Trotz einiger Staus im Berufsverkehr verlief der Streiktag in München verhältnismäßig reibungslos.
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