München - Bei der Suche nach einem Mann, der Anfang Dezember einen Italiener in der 089-Bar verprügelt hat, ist die Polizei fündig geworden – in den eigenen Reihen.

In der 089-Bar am Maximiliansplatz schlug und trat der Polizist auf sein Opfer ein. schlaf
Es war spät geworden in der 089-Bar am Maximiliansplatz. Bis 7 Uhr morgens tobt hier in den Nächten von Samstag auf Sonntag die Party „Zum knutschen“. Am 6. Dezember soll auch der 30-jährige Polizist privat in der Disko gefeiert und sich gegen 4 Uhr mit einer jungen Frau unterhalten haben. Als ein 36-jähriger Italiener hinzukam und das Mädchen nur ansah, soll der Beamte ausgerastet sein. Erst habe er dem Italiener einen Cocktail übergegossen und ihm dann mit der Faust so heftig ins Gesicht geschlagen, dass sein Opfer zu Boden ging, teilte die Polizei gestern mit. Als der 36-Jährige benommen am Boden lag, habe der Täter „in der Art eines Fußballspielers“ auf dessen Kopf eingetreten, sagte Oberstaatsanwältin Barbara Stockinger. Dann verschwand der Schläger offenbar durch den Personalausgang. Der Italiener kam mit einem mehrfachen Kieferbruch ins Krankenhaus.
Durch die Aussagen von anderen Gästen und Angestellten der Disko kam die Polizei knapp zwei Wochen nach der Tat dem Kollegen auf die Spur, der in einer Polizei-Inspektion im Münchner Osten arbeitet. Das Dezernat für Amtsdelikte übernahm die Ermittlungen. Am Freitagabend, der 30-Jährige hatte gerade Dienst, nahmen ihn Kollegen gegen 22 Uhr bei einem Streifgang auf der Straße fest.
2003 war der Polizist schon einmal negativ aufgefallen. Damals hatte er seine Freundin geschlagen. Das Strafverfahren wurde nach einem sogenannten Täter-Opfer-Ausgleich eingestellt. Das Disziplinarverfahren endete mit einem Verweis. Der Beamte durfte im Dienst bleiben.
Das 36-jährige Opfer ist inzwischen auf dem Weg der Besserung. Nach der Tat musste der in München lebende Italiener operiert und mehrere Tage im Krankenhaus behandelt werden. Konkrete Lebensgefahr habe nicht bestanden.
Philipp Vetter
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