1106.03.09|München|München|21
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München - Alle, die Lenas Schreie hörten, werden sie ihr Lebtag nicht mehr vergessen. Drei Tage nach der verheerenden Explosion im Hochhaus an der Forstenrieder Allee ergeben die Ermittlungen der Münchner Polizei, der Staatsanwaltschaft und der LKA-Kriminaltechniker allmählich ein Bild, was am Montagabend im Apartment der 24-jährigen Lena S. geschah.
Es sind schlimme Details, die der sichtlich betroffene Kriminaldirektor Harald Pickert und Staatsanwalt Dr. Benjamin Lenhart am Donnerstag bekanntgaben.
Demnach hörten Nachbarn kurz vor der heftigen Explosion in dem kleinen Apartment Schreie und Hilferufe einer Frau. Das war Lena, die in diesen Sekunden gegen ihren Ex-Freund Daryoush P. (29) und um ihr Leben kämpfte.
Video: Hochhausexplosion - zwei Tote
Nach den bisherigen Erkenntnissen verließ Daryoush P. am späteren Abend seine Wohnung in Starnberg und fuhr direkt zu Lena. Ob es dort überhaupt noch zu einer Art Aussprache kam, wird sich nie mehr klären lassen. In der Wohnung kam es kurz vor der Explosion um 22.37 zu einem heftigen Kampf, bei dem Lena offenbar zu fliehen versuchte. Anhand der Spuren stellten Techniker fest, dass Daryoush P. sich selbst und seine Ex-Freundin mit ein bis zwei Litern Benzin übergossen und angezündet hatte. Vorher fesselte der kräftige Mann Lena mit einer Metall-Kette an sich.
Die Benzin-Explosion in dem kleinen Raum hatte eine solche Wucht, dass die Fassade über zwei Stockwerke herausgesprengt wurde und Trümmerteile bis zu 30 Meter weit flogen. Im Raum entstanden Temperaturen von 1000 Grad celsius und mehr. Die immer noch durch die Kette verbundenen Leichen lagen bis zur Unkenntlichkeit verbrannt in der Nähe der Fensterfront. Die Identifizierung war nur über die DNA-Analyse möglich.
Mehrere Gutachten stehen noch aus. Fehlende Ruß-Partikel in Lenas Lunge lassen den Rückschluss zu, dass sie zum Zeitpunkt der Explosion nicht mehr atmete. „Man darf daraus nicht schließen, dass die junge Frau bereits vorher ermordet wurde. Aussetzende Atmung könnte auch Folge der Druckwelle gewesen sein“, erklärten die Experten. Pickert: „Wir müssen damit leben, das vieles in diesem Fall noch Spekulation ist und vielleicht auch für immer bleiben wird.“
dop.
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