München - 840 Meter - so weit sind die Wittelsbacher- und die Reichenbachbrücke voneinander entfernt. Zwischen ihnen führt kein Weg über die Isar, zumindest kein trockener. Auf ihnen rauscht der Verkehr: Bis zu 58 000 Fahrzeuge brausen täglich hinüber. Da macht das Radeln nur bedingt Spaß.

Seit Jahren wollen die Grünen einen neuen Steg für Spaziergänger und Radler zwischen die Brücken bauen. Jetzt kommt Bewegung in die Sache.
Der Stadtrat wird sich in der kommenden Woche mit dem „Klenzesteg“ befassen und aller Voraussicht nach einen Wettbewerb für die Planung in Auftrag geben. Die Stadt hält den Vorschlag der Grünen - der bereits im Januar 2009 eingereicht wurde - für „sinnvoll“ und will das Projekt nun vorantreiben. Auch die SPD befürwortet den Bau, bestätigt Stadträtin Claudia Tausend.
Neue Flussquerungen wurden bereits in den 80er Jahren gefordert und in den Isar-Plan aufgenommen. Rund 12 600 Münchner wohnen im direkten Einzugsbereich der geplanten Brücke und würden am meisten von der Verbindung zwischen den Stadtteilen Au-Haidhausen und Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt profitieren. Auch für die Schüler der Volksschule an der Wittelsbacherstraße wäre die direkte Anbindung an den Freiraum der Isar ein großer Vorteil. Für alle Städter soll der Zugang zum Fluss ohne störenden Autoverkehr durch den Klenzesteg erleichtert werden.
Die Stadträte von SPD und Grünen wollen nun das Baureferat beauftragen, einen Wettbewerb für den Bau des Stegs zu starten. Die fertigen Entwürfe sollen dann öffentlich ausgestellt und dem Parlament zur Entscheidung vorgelegt werden. Allein für den Wettbewerb plant die Stadt mit 200 000 Euro Kosten. Eine Aussage über die Gesamtkosten für den Bau könne man erst treffen, wenn der Gewinner-Entwurf vorliege. Die Grünen hatten den Investitionsbedarf 2009 auf 1,5 bis 2 Millionen Euro geschätzt.
Thomas Schmidt
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