München - Der Grundsatzbeschluss für eine Trambahn-Westtangente steht im Stadtrat an. Die Linie soll am Romanplatz starten entlang der Fürstenrieder Straße führen. CSU und FDP warnen jedoch vor einer Behinderung des Autoverkehrs.

Vor vier Wochen wurde in Schwabing die neue Tramlinie 23 in Betrieb genommen. Und offenbar ist die Strecke von der Münchner Freiheit zum Frankfurter Ring ein richtiger Renner. Glaubt man den Zahlen der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), sind im Dezember allein an der Münchner Freiheit rund 9000 Fahrgäste täglich ein- und ausgestiegen, 50 Prozent mehr als mit dem Vorläufer-Bus 123 gefahren waren. In ein paar Jahren sollen gar 18 000 Menschen mit der Tram gen Innenstadt oder Peripherie pendeln.
Ganz ähnliche Zahlen sind auch für eine weitere neue Tram im Gespräch, die am Mittwoch nächster Woche zwar noch nicht aufs Gleis gesetzt werden soll, für die aber der Stadtrat wohl einen Grundsatzbeschluss fällen wird: Es ist die Tram-Westtangente, die in ein paar Jahren vom Romanplatz in Nymphenburg über Laim und die Fürstenrieder Straße bis zur Aidenbachstraße in Obersendling führen und die Buslinie 51 ersetzen soll. Fast neun Kilometer wird sie lang sein, und sie wird voraussichtlich 17 Haltestellen haben.
Im Gespräch ist die Westtangente schon lange, gebaut wurde sie nicht. Noch 1996 hatte die Regierung von Oberbayern vor „erheblichen Verkehrsbehinderungen“ auf der Fürstenrieder Straße gewarnt. Nach dem Grundsatzbeschluss des Stadtrats soll nun untersucht werden, ob die einst festgestellten Probleme auch weiterhin bestehen.
CSU und FDP haben bereits Widerstand angekündigt. „Die Tram nimmt Platz für den Individualverkehr weg“, meint CSU-Fraktionschef Josef Schmid. Auch sein FDP-Kollege Michael Mattar warnt vor Verkehrsproblemen, sollte etwa an der Fürstenrieder Straße eine Busspur wegfallen.
Dennoch: Die neue Tram wird wohl die Hürde Stadtrat nehmen. Denn SPD und Grüne sind für das Projekt. Es sei ja genügend Platz für die Tram da, sagt SPD-Fraktionschef Alexander Reissl. Zwei Fahrstreifen auf der Fürstenrieder Straße blieben erhalten. „Außerdem bietet das Projekt eine ungeheuere Chance für die Stadtreparatur.“ So sollen etwa die autobahnähnliche Fürstenrieder Straße ansehnlicher gestaltet und so Anreize geschaffen werden, die Bebauung umzugestalten.
Allerdings wird es noch ein bisschen dauern, bis die ersten Fahrgäste in die neue Tram einsteigen können. Frühestens im Jahr 2014 soll mit dem Bau der Linie begonnen werden.
Matthias Kristlbauer
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