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Neues Gutachten zu Express-S-Bahn zum Flughafen

Neues Gutachten: Express-S-Bahn zum Flughafen

München - Lange wurde in München um eine bessere Anbindung des Flughafens gerungen. Nun soll eine Express-S-Bahn auf der Trasse der S 8 die Lösung bringen. Unumstritten ist das Konzept nicht.

Verkehrsminister Martin Zeil (FDP) gab sich zufrieden, hatte er doch soeben seine Lösung für die Münchner Verkehrsprobleme präsentiert. Und nicht nur die: Für fast alle bayerischen Landesteile werde es künftig leichter, den Flughafen zu erreichen, sagte Zeil gestern bei der Präsentation eines Gutachtens, das in den vergangenen Monaten rund 90 Varianten untersucht hatte, wie man am besten zum Airport ins Erdinger Moos kommt.

Am Ende waren vier Modelle übriggeblieben: eine Express-S-Bahn auf der Trasse der S 1 im Westen der Stadt, zwei Varianten, die durch die Innenstadt führen und eben jene auf der Strecke der S 8, die schon OB Christian Ude (SPD) favorisiert hatte.

Der Ostkorridor biete die größten Vorteile, verkündete Zeil vor der Presse. Das gesamte Maßnahmenbündel sei mit 1,44 Milliarden Euro das billigste der untersuchten Projekte und habe mit 1,7 auch das günstigste Nutzen-Kosten-Verhältnis. Der Nordtunnel, den das Verkehrsplanungsbüro Vieregg-Rößler vorgeschlagen hatte, kam indes nur auf 0,9 – und dürfte nicht mit Bundesmitteln gefördert werden.

In 21 statt bisher 36 Minuten sollen Express-S-Bahnen künftig auf der Osttrasse vom Marienplatz zum Flughafen fahren. Dafür wäre der viergleisige Ausbau der S 8 zwischen Daglfing und Johanneskirchen erforderlich. 175 Millionen Euro haben die Gutachter dafür veranschlagt. Allerdings gehen sie von einer oberirdischen Trassenführung aus. Ude hatte bisher für diesen Bereich einen Tunnel gefordert, der deutlich teurer wäre. „Wer Luxuseinrichtungen haben will, der muss bezahlen“, stellte Zeil klar. Schon 2017 könnte dieser erste Bauabschnitt seines Gesamtkonzepts realisiert sein.

Die Stadt sei zu Verhandlungen über die Ausgestaltung und deren Finanzierung bereit, erklärte Ude. Den Anwohnern könne eine Verkehrsführung an der Oberfläche aus Lärmschutzgründen nicht zugemutet werden, erklärte der Chef der Rathaus-SPD, Alexander Reissl. Auch der CSU-Landtagsabgeordnete Markus Blume betonte, eine „Billigheimer-Lösung“ auf dem Rücken der Menschen im Münchner Osten dürfe es nicht geben.

Zeils Konzept setzt nicht nur bei der Osttrasse an. Geplant sind auch Maßnahmen zur Verbesserung des Regional- und Fernverkehrs. Mittel- bis langfristig soll es direkte Verbindungen aus Nordbayern, Schwaben und Salzburg zum Flughafen geben. Zu den dafür notwendigen Projekten zählen die Neufahrner und die Pasinger Kurve.

Erst vor einer Woche hatte Zeil ein weiteres Gutachten vorgestellt, das den Bau eines zweiten S-Bahn-Tunnels den Vorzug vor dem Ausbau des Bahn-Südrings gibt. Der Tunnel sei „Grundvoraussetzung für die weitere Entwicklung“, sagte der Verkehrsminister nun. Er plant bereits, dass durch diesen nicht nur S-Bahnen, sondern auch andere Nahverkehrszüge fahren könnten, etwa der Fugger-Express aus Augsburg.

Politiker aus dem Landtag nahmen das neue Gutachten unterschiedlich auf. Hubert Aiwanger, Fraktionschef der Freien Wähler, freute sich darüber, dass Pendler und Fluggäste mit dem Flughafen-Express eine „wesentlich effizientere Verkehrslösung“ als den Transrapid erhielten. Der Grünen-Abgeordnete Martin Runge zeigte sich indes skeptisch. Die vorgeschlagene Variante hole täglich gerade einmal 19 000 zusätzliche Fahrgäste von der Straße auf die Schiene. „Die Gelder werden an anderer Stelle weit dringender benötigt“, erklärte Runge. Das Investitionsvolumen in München jedenfalls wäre enorm. Für den zweiten Tunnel hatten die Gutachter mehr als 1,5 Milliarden Euro angesetzt. Mit dem Ausbau der Flughafen-Anbindung summieren sich die Kosten auf rund drei Milliarden Euro.

Matthias Kristlbauer

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