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Olympia: Jetzt sollen die Bürger helfen

München - Die Münchner Olympia-Bewerber sind bemüht, nach vorn zu blicken: Willy Bogner will nun mit Fanpaketen Bürger als Unterstützer gewinnen. Deutliche Worte richtet Bogner an die Gemeinde Garmisch-Partenkirchen: Sie müsse ihre Aufgabe erfüllen - sonst scheitere die Bewerbung.

OB Christian Ude hatte seine Worte mit Bedacht gewählt: Ein „Gewitter“ hatte er die Krise der Münchner Bewerbung für Olympia 2018 genannt, nachdem ein interner Brandbrief von Bewerbungschef Willy Bogner an die Öffentlichkeit gelangt war. Am 12. Juli hatte Bogner geschrieben, die Bewerbungsgesellschaft bewege sich an der Grenze zu Konkurs und Überschuldung, neue Großsponsoren seien nicht in Sicht. Das Bild vom Gewitter soll nun freilich signalisieren: Das geht vorbei. Auf diesen Regen folgt auch wieder Sonnenschein.

Jetzt sind alle Beteiligten bemüht, die Wolken zu vertreiben: Das Bewerbungsbudget wurde um drei Millionen Euro auf 33 Millionen aufgestockt - und die sollen ohne Steuergelder zusammenkommen. 22 Millionen hat die Gesellschaft bisher sicher - elf Millionen fehlen also noch. Doch als Bogner seinen Brief schrieb, habe er, so OB Ude, „völlig verkannt“, dass eine Reihe von Sponsoren bereit stünden, die nur die schwierigste Phase der Finanzkrise abwarten wollten, bevor sie spenden. Diese Sponsoren würden demnächst auf den Plan treten.

Auch Bogner kündigte nun in einem Focus-Interview an, in den kommenden Wochen „einen siebten Hauptförderer“ zu präsentieren. Und: Er habe den Plan, die Bevölkerung und Olympiafans einzuspannen. - „mit Fernsehspots, die zum Kauf von Fanpaketen animieren.“ Ude stellte zudem klar: Wenn der Bewerbung am Ende trotz allem noch Geld fehle, stünden die Gesellschafter dafür gerade. Sprich: Dann würden doch Steuergelder in die Bewerbung gepumpt.

Klare Worte sendet Willy Bogner indes nach Garmisch-Partenkirchen. Wie berichtet, stockten dort zuletzt die Verhandlungen um die Areale, die für die olympischen Anlagen benötigt werden - viele Eigentümer sind bislang nicht bereit, ihren Grund herzugeben. Bogner sieht nun die Marktgemeinde in der Pflicht. Es sei ihre Aufgabe, die Grundstücke zu sichern, sagte Bogner dem Focus. „Die Bewerbungsgesellschaft kann keine Verträge abschließen.“ Tatsächlich aber ist bei den Gestattungsverträgen, die unserer Zeitung vorliegen, die Bewerbungsgesellschaft Vertragspartner der Grundbesitzer. Bogner betonte indes, Garmisch-Partenkirchen habe das Konzept mitgetragen und müsse nun seine Aufgabe erfüllen. Tue die Gemeinde das nicht, gebe es keine Winterspiele in Bayern. „Dann scheitert die Bewerbung.“

Aufmunternde Worte kamen unterdessen von höchster Stelle: Laut IOC-Chef Jacques Rogge stellen die Grundstücksfragen noch keine akute Gefahr für die Bewerbung dar. Das machte er am Rande der Schützen-WM in München in einem BR-Interview deutlich. „Wir kennen das auch von anderen Kandidaturen. Es bleibt noch ein Jahr, um Lösungen zu finden“, so Rogge. „Ich bin sicher, dass am Ende die breite Bevölkerung die Kandidatur unterstützen wird.“

Ude deutete nun an, man könne die Anlagen in Garmisch-Partenkirchen womöglich auch ohne die strittigen Areale bauen. Sollten sich die Privateigentümer weigern, würden rund 30 Prozent der nötigen Fläche fehlen, so der OB. Dies könne man theoretisch ausgleichen, indem man stärker in die Höhe baue. Ude räumte aber ein, dass ein solcher Weg neue „Akzeptanzprobleme“ schaffen würde. Bewerbungsgegner vor Ort haben für diesen Fall bereits mit einem Bürgerbegehren gedroht.

Ude setzt nun seine Hoffnung in Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer: Der SPD-Oberbürgermeister lobte den CSU-Chef ausdrücklich für dessen Entschluss, sich in die Grundstücksverhandlungen einzuschalten. Seehofer sei ein „idealer Vermittler“, so Ude. Sein Engagement für die Bewerbung sei „sehr beachtlich“.

Johannes Patzig

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