228.02.10|München|München|
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München - Worauf achtet ein Bobpilot im Eiskanal? Diese und andere Fragen beantworteten Experten auf dem 1. Münchner Wintersportfestival.

© Schlaf
Ein Skifahrer fliegt nach einem Sprung durch die Luft.
Wer meint, Curling sei Fitness für Hausfrauen und die TV-Übertragung der olympischen Curling-Wettkämpfe ein idealer Werbeplatz für Putzmittelhersteller, der kriegt Ärger mit Willi Fitterer. Der leidenschaftliche Eisstocksportler steht am Fuße des Fernsehturms und erklärt den Besuchern des 1. Wintersportfestivals die Unterschiede zwischen Curling und Eisstockschiessen. Und er räumt mit Vorurteilen auf: „Beim Curling geht es um Genauigkeit und die Einschätzung der Spielsituation. Das hat schon Anspruch!“, schmettert er jenen entgegen, die das olympische Eisbodenwischen unsportlich finden. Fitterers Augen funkeln – er duldet keinen Widerspruch.
Willi Fitterer vom Bayerischen Eissport-Verband (BEV) ist einer von zahlreichen Ehrenamtlichen, die am vergangenen Wochenende beim Wintersportfestival im Olympiapark geholfen haben: Zeigen, Erklären, Ausprobieren lassen – das ist die Devise der teilnehmenden Sportverbände. Rund 20 Stationen haben sie im Olympiapark aufgebaut, an denen die Menschen selbst ausprobieren können, was die Athleten dieser Tage in Vancouver machen. Denn Stadt, Olympiapark München GmbH und die Bewerbungsgesellschaft haben das Festival ins Leben gerufen, weil sie die Menschen für die Olympischen Spiele begeistern wollen. Schließlich braucht die Stadt die Unterstützung ihrer Bürger, wenn ihre Bewerbung um die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele 2018 Erfolg haben soll. Sollte das klappen, wäre München weltweit der erste Gastgeber, der sowohl olympische Sommer-, als auch Winterspiele ausgerichtet hat. Im kommenden Jahr ist erneut ein Wintersportfestival geplant.
Einige der rund 20 000 Menschen, die laut Veranstalter über das Festival schlendern, sind schon jetzt begeistert: „Klar, will ich die Olympischen Spiele. Dann bekommen wir endlich eine Halfpipe zum Snowboardfahren!“, sagt Johannes Drexel. Der 19-Jährige ist gerade den Olympiaberg hinuntergebrettert und beeindruckt die Zuschauer mit einem Salto von der Schanze. Die Freestyle-Ski hat er selbst mitgebracht, obwohl sich Interessierte die Ausrüstung kostenlos ausleihen können.
Helen Schunda findet das gut: „Meistens müssen sich die Leute ja gleich eine teure Ausrüstung kaufen, wenn sie eine Wintersportdisziplin ausprobieren wollen“, sagt die 70-Jährige. Elegant wie eine Walzertänzerin gleitet die Rentnerin im Diagonalschwung über den Schnee. Hinter ihr stolpern zwei Jugendliche auf Langlaufskiern unbeholfen über die Strecke. Ein bisschen müssen die beiden noch üben, damit sie mit Schunda mithalten können. Aber Schunda ist ja auch Fachübungsleiterin für Ski Nordisch beim Bayerischen Skiverband. Und sie nimmt regelmäßig am 50 Kilometer-Langlauf in Oberammergau teil. Ist ihr die Strecke am Fuße des Fernsehturms nicht zu einfach? „Doch, aber ich bin ja hier, um junge Menschen für den Sport zu interessieren.“ Nur der Schnee ist ihr zu weich – sechs Lkw-Ladungen mit 1400 Tonnen haben die Veranstalter an diesem Frühlingswochenende aufschütten lassen.
Als schließlich die Nacht über dem Olympiapark hereinbricht, versammeln sich, angeführt von Oberbürgermeister Christian Ude, 500 Fackelträger und formen das Logo, das 2018 vielleicht Münchens Olympialogo sein wird. Auf dem Olympiaturm stehen Kameras des Bayerischen Fernsehens und übertragen die Lichterbotschaft der Fackelträger nach Vancouver – ein leuchtendes Beispiel olympischer Gastfreundschaft.
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