München - Plantschen und Pranken zeigen: Die Eisbären Giovanna und Yoghi traten am Wochenende zum ersten Mal seit ihrer Rückkehr nach Hellabrunn vor die neugierige Öffentlichkeit - und eroberten die Herzen der Besucher. Die kamen in Scharen.

Nein, Angst haben die neun-jährige Annalena und ihr sieben Jahre alter Bruder Benjamin nicht vor dem weißen Koloss, der sich da im Wasser wälzt und stattliche Zähne zeigt - nur durch eine 4,50 Meter hohe Glaswand von ihnen getrennt. Im Gegenteil, die beiden können gar nicht nah genug an der Glaswand des neuen Polariums stehen: „Ich wollte als Allererstes zu den Eisbären“, sagt Annalena, schließlich gehörten die zu ihren Lieblingstieren. „Und Delphine und Robben und Seelöwen und eigentlich alle Tiere“, erklärt die Schülerin, die später einmal - genau - Tierpflegerin werden will. Zuhause habe sie drei Kuscheltier-Eisbären, „und einen Delphin und einen Orca-Wal, der ist so groß“, sagt Annalena und streckt ihre Arme weit von sich.
Annalena und Benjamin gehen oft mit ihren Eltern Doris und Joachim Moißl in den Tierpark - nicht nur in den Münchner: „Die Flocke in Nürnberg mag auch lieber Weintrauben als Fleisch“, erläutert Annalena jenen Besuchern, die sich wundern, wie begehrt die Wassermelone ist, die ein Pfleger gerade in das Polarium geworfen hat - Yoghi und Giovanna streiten sich darum. Als ob sie meinen, den zahlreichen Besuchern eine besondere Darbietung zeigen zu müssen anlässlich der Willkommensparty „Servus da-
hoam“, die der Tierpark Hellabrunn an diesem Wochenende veranstaltet: Während des Umbaus ihres Geheges waren die Bären in zwei verschiedenen Berliner Zoos untergebracht.
Fühlen sich die Bären vom Lärm der vielen Besucher gestört? „Nein“, sagt eine Biologin, die als Lehrerin im Tierpark arbeitet und gerade Eisbären mit Kindern malt. „Giovanna ist es gewohnt. Sie war mit Publikumsliebling Knut in einem Gehege.“ Die Biologin glaubt nicht, dass die Eisbären die vielen Besucher in den Zoo gelockt haben: „An einem Ferien-Wochenende haben wir meistens so viele Besucher.“
Der einjährige Federico aus Sizilien ist allerdings wegen der Eisbären gekommen: „Wir bekamen in der Innenstadt ein Prospekt“, sagt Mama Irene Noto, die mit ihrem Mann Valerio Urlaub in München macht. „Federico hat andauernd auf die Bären gezeigt und wollte unbedingt dahin.“
Bettina Stuhlweissenburg
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