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Pauli kämpft gegen ihre Latex-Fotos

München - Gabriele Pauli (54) will ihre Latex-Vergangenheit loswerden. Vor dem Landgericht München I klagt die ehemalige Landrätin gegen die Veröffentlichung von Fotos mit Maske und Handschuhen – vermutlich ohne Aussicht auf Erfolg.

© Ebu

Gabriele Pauli gestern im Münchner Landgericht am Lenbachplatz mit ihrem Anwalt Klaus Rehbock.

Knapp fünf Jahre ist es her, da posierte die heute parteilose Politikerin Gabriele Pauli für das Magazin Park Avenue. Über sechs Stunden soll das Fotoshooting gedauert haben. Mittlerweile dürfte Pauli den Termin verfluchen. Das Magazin gibt es längst nicht mehr, doch die erotischen Fotos kleben wie Pech an der früheren Fürther Landrätin.

Zuletzt wurde ein Bild während eines Fernsehbeitrages des Bayerischen Rundfunks (BR) über die Bürgermeisterin Josefa Schmid (37) aus dem mittelfränkischen Kollnburg gezeigt. Der wenige Minuten dauernde Bericht widmete sich der Kandidatur der Blondine zur Landrätin von Regen. Da sich die 37-Jährige für das Männermagazin Penthouse bis auf einen schwarzen BH auszog, wagte der BR den Vergleich zu Pauli. „... wir fühlen uns an eine andere Kommunalpolitikerin erinnert. Die hat ihrer Partei ziemlich viel Ärger bereitet“, heißt es in dem Beitrag, dann wird ein Foto von Pauli mit der Latex-Maske gezeigt.

„Nach fünf Jahren wird es endlich Zeit, einen Schlusspunkt zu setzen“, begründete die Landtagsabgeordnete ihre Klage auf Unterlassung. „Ich werde in einer Art und Weise dargestellt, die mich dermaßen belastet“, schob sie hinterher und meinte: „Das Bild ist absolut unseriös, und es trifft mich im Innersten sehr.“

Vorsitzender Richter Peter Lemmers konnte ihren Unmut sehr wohl nachvollziehen. „Ich kann verstehen, dass sie das weghaben wollen“, sagte er, doch jemand, der im öffentlichen Leben stehe, könne solche Bilder kaum verhindern. „Sie hätten wahrscheinlich das Recht dazu, wenn Sie bewusstlos gewesen oder die Bilder von Ihrer Festplatte gestohlen worden wären“, fügte der Richter hinzu. „Ich bin reingelegt worden“, konterte Pauli. Ihr sei damals ein seriöser Artikel versprochen worden, doch stattdessen erschien ein wildes Geschreibe, in die abgedruckten Fotos habe sie nie eingewilligt.

„Daran haben wir unsere Zweifel“, erwiderte der Richter und signalisierte der Politikerin, dass sie als Person der Öffentlichkeit mit ihrer Klage kaum Erfolg haben dürfte. „Ich kann verstehen, dass Sie mit den Fotos hadern, aber ich glaube, die Bilder bleiben ein Teil von Ihnen“, sagte er – so wie Franz Josef Strauß die korpulente Darstellung auch nie losgeworden sei.

Doch nun kam Gabriele Pauli in Fahrt. „Ich habe Bayern verändert, ich habe bis heute Einfluss genommen, ich war 18 Jahre Landrätin für die CSU, es handelt sich darum, dass ich bei der Bevölkerung Ansehen genieße“, rühmte sie ihre persönlichen Verdienste. Deshalb wolle sie nicht mit einer leistungsorientierten Blondine verglichen werden. „Jemand, der im öffentlichen Leben steht, muss nicht mit allem rechnen“, führte Pauli weiter aus. „Vergleiche dürfen aber hinken“, hielt ihr der Richter entgegen.

Zur Streitschlichtung schlug er vor, dass sich der BR verpflichtet, das Pauli-Bild nie mehr im Zusammenhang mit Josefa Schmids Kandidatur zur Landrätin zu zeigen. Im Gegenzug sollte Pauli die Klage zurückziehen. Ihr Anwalt Klaus Rehbock erklärte aber nach einer kurzen Unterbrechung, dass seine Mandantin gerne eine richterliche Enscheidung wünsche. Die soll am Dienstag fallen.

Angela Walser

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