München - Die Raumnot an Gymnasien sorgt seit langem für Unmut. Jetzt will die Stadt sogar Container aufstellen, um mehr Platz zu schaffen. Doch auch diese Unterkünfte stehen erst 2011. Kommunalpolitiker sprechen von einem Skandal.

Unterricht in Dosen: Wegen des Platzmangels sollen am Fürstenrieder Gymnasium Container aufgestellt werden. bodmer
Von Brigitta Wenninger
Sechs Container für etwa 1,9 Millionen Euro bekommt zum Beispiel das Gymnasium Fürstenried-West, bestätigt Eva-Maria Volland, Sprecherin des Schulreferats auf Anfrage. Aufgestellt würden sie im Pausenhof des Schulzentrums an der Engadiner Straße. Bei zwei weiteren staatlichen Gymnasien sei noch unklar, wie es weitergeht: „Das wird noch geprüft.“
Die Container-Ankündigung löst in Fürstenried alles andere als Begeisterung aus. Für den Direktor des Gymnasiums, Willi Eisele, ist unverständlich, dass die Container erst nächstes Jahr aufgestellt werden. Andere sehen es ähnlich: „Das muss schneller gehen“, kritisiert CSU-Fraktionschef Josef Schmid. Auch der Bezirksauschuss Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln macht dem Schulreferat Druck. Er fordert per Antrag, dass die mobilen Bauten ab 1. September stehen. „Natürlich wäre das besser“, räumt Volland ein. „Aber es ist nicht möglich.“
Der Plan des Schulreferats, einen Kartenraum zum Klassenzimmer umzufunktionieren, schafft laut dem Direktor neue Probleme. „Das ist die komplizierteste aller Lösungen, weil die Außenhaut betroffen ist und Fenster eingebaut werden müssen.“ Zudem reiche der Platz dann immer noch nicht.
Laut Volland zieht sich die Einrichtung der Container hin, weil zunächst mit allen Beteiligten abgestimmt werden musste, welcher Standort geeignet ist. Jetzt sei erneut Geduld gefragt. Die Vergabe, die Baugenehmigung, der Stadtratsbeschluss – all das brauche Zeit. „Wir treiben es jetzt so schnell wie möglich voran.“
An der Haltung der Kommunalpolitiker im Süden dürfte das nichts ändern: „Skandalös“ nennt Peter Sopp (Grüne) die Verzögerung. Die Landtagsabgeordnete Julika Sandt (FDP) spricht von einem Schildbürgerstreich. Deutlich äußerte sich in der BA-Sitzung auch der CSU-Stadtrat Michael Kuffer. Er habe in seiner Funktion als Verwaltungsbeirat das Schulreferat von Anfang an auf die missliche Lage der Schule hingewiesen und immer wieder auf eine schnelle Lösung gedrängt: „Die Zeitverzögerung ist mir absolut unerklärlich.“
Direktor Eisele darf sich derweil überlegen, wie er die Angelegenheit den Eltern erklärt – am kommenden Montag bei der Infoveranstaltung für die Einschreibung der 5. Klassen. In der Aula. Die wird übrigens auch längst als Klassenzimmer genutzt – aufgrund des Platzmangels.
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