Superbanner

Renovierung am Viktualienmarkt: Höhere Mieten, weniger Standl

Renovierung am Viktualienmarkt: Höhere Mieten, weniger Standl

108.02.10|München|München|1
Drucken|Empfehlen|Schrift   a  /  A||recommendbutton_count130

Schliessen

Druckvorschau

Artikel: Renovierung am Viktualienmarkt: Höhere Mieten, weniger Standl

München - In der Diskussion um den Viktualienmarkt meldet sich nun die Chefin zu Wort. Kommunalreferentin Gabriele Friderich bestätigt, dass im Zuge der Renovierung die Standl-Pachten deutlich erhöht werden und nicht alle Händler auf dem Markt bleiben können.

Die Pressesprecher im Kommunalreferat witzeln bereits: Es sei ein Wunder, dass es noch keinen „Tatort“ gibt mit einem Toten am Viktualienmarkt. Mordgelüste wie im TV-Krimi wird man den Standlbetreibern sicher nicht unterstellen können. Aber in letzter Zeit zoffen sie sich immer öfter mit der Verwaltung, und das hat vor allem mit einem zu tun: der anstehenden Renovierung des Marktes. Friderich bestätigt jetzt, was der Stadtkämmerer kürzlich forderte und was die Händler fürchten: Die Pachten werden nach dem Umbau deutlich angehoben.

Um wie viel, will sie nicht schätzen, denn auch die Kosten stehen noch nicht fest. Ende Februar verlässt die offizielle Ausschreibung das Referat, und Friderich erhofft sich „viel Phantasie“ von den Architekten. „Wir werden nicht vor Ende des Jahres handfeste Aussagen haben.“

Bislang verdient die Stadt im Jahr knapp 2,7 Millionen Euro an Mieten und Pachten, während die Händler etwa 37 Millionen Euro umsetzen. „Bisher lagen unsere Ausgaben immer unter den Einnahmen“, sagt Friderich. Das werde sich freilich mit der Renovierung ändern. Die letzte Erhöhung gab es im Jahr 2003. „Sie war sehr moderat“, betont sie. Ein Gemüsehändler zahlt für ein gutes Standl im Monat etwa 600 Euro Gebühr, wer noch einen alten Mietvertrag hat, bedeutend weniger (wir berichteten). Die teuerste Mindestmiete muss wegen seiner Top-Lage das „Fränkische Wurst-Häusle“ berappen. Vor 2003 waren es 730, jetzt sind es 880 Euro.

Freilich sind die Gebühren Sache des Stadtrats. „Die Diskussion im Jahr 2003 war sehr intensiv“, erinnert sich Friderich. „Ich war froh, dass wir die Erhöhung überhaupt durchgebracht haben.“ Und sie betont: „Wir renovieren nicht aus einer Laune heraus.“ Hygiene, Brandschutz: Es habe seitens der EU ein „heftiges Anziehen der Vorschriften“ gegeben. Und die Einhausungen, die die Händler zum Frostschutz unter Duldung der Stadt an ihren Standln anbringen, ließen OB Christian Ude (SPD) kürzlich laut an ein „Zeltlager am Hindukusch“ denken.

So werden wohl etliche Standl weichen müssen. Friderich gibt zu: „Es kann sein, dass hier eine Neukonzeption durchgeführt werden muss.“ Die heutige Abstandsflächen-Regelung lässt auch nichts anderes erwarten. Aber Friderich betont: „Der Viktualienmarkt ist ein Kleinod, in ein Altbau-Ensemble eingebunden. Da muss man stadtgestalterisch sehr aufpassen.“ Man werde die Händler zu den Architekten-Konzepten anhören, kündigt sie an. „Wir wollen, dass alle Händler bleiben, können es aber nicht versprechen.“

Auch die anderen städtischen Märkte – der am Elisabeth- und der am Wiener Platz sowie der in Pasing – werden renoviert. Doch der Viktualienmarkt ist natürlich der Star unter ihnen. Das merkt man alleine an der Händler-Warteliste: 97 Bewerber um einen Standplatz gibt es derzeit, während man sich am Wiener Platz und am Elisabethmarkt schwer tut, passende Beschicker zu finden. Die Händler werden allerdings nicht nach Umsatz ausgesucht, sondern danach, ob sie ins Marktbild passen. So hat auch der Kartoffel-Tandler eine Chance.

Freilich eine geringe: Auf dem Viktualienmarkt gab es seit 2006 nur etwa 10 Vergaben. Denn viele der alten Verträge laufen auf Lebenszeit. „Da muss einer schon goldene Löffel klauen, um gekündigt zu werden“, sagt Monika Ackermann vom Kommunalreferat. Deshalb werde man das System nach der Renovierung höchstwahrscheinlich auf zeitlich befristete Verträge umstellen. Ein Mordmotiv mehr . . .

Johannes Löhr

zurück zur Übersicht: Stadt München

Schliessen

Artikel empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.

Lesen Sie auch:

U-Bahn: Engpässe noch bis Ostern

U-Bahn: Engpässe noch bis Ostern

München - Dicke Luft in der U-Bahn: Zugausfälle und völlig überfüllte Waggons nerven die Fahrgäste seit Wochen. Und schnelle Besserung ist nicht in Sicht, denn das System U-Bahn läuft wegen technischer Schwierigkeiten am Rande des Infarkts.Mehr...

Kommentare

Bestimmen Sie auf der Karte die Region, aus der Sie Nachrichten angezeigt bekommen möchten.

Karte München StadtMünchen NordMünchen OstMünchen WestMünchen ZentrumMünchen Südzurück zur Region

Wetter für München und Bayern

Berichte im Fokus

  • Meistgelesene Artikel
  • Meistkommentierte
  • Themen

Schicksalsschlag für Müller: Gründer-Sohn liegt im Koma

München - Ein handfester Lebensmittel-Skandal beutelt Müller-Brot. Jetzt setzt der Familie auch ein privater Schickalsschlag zu: Hans Müller junior ist schwer krank und liegt seit Sonntag im Koma.Mehr...

So funktioniert die Betrüger-Masche am Bankomat

München - 55 Millionen Euro Schaden richten international agierende Datendiebe alljährlich mit den kopierten Daten deutscher Bankkunden an, die Bares an manipulierten Geldautomaten abheben. So funktioniert's:Mehr...

Chaos-Tag bei der S-Bahn

München - Am Freitag häuften sich die Störungen bei der S-Bahn und im Regionalverkehr. Vormittags waren nahezu alle Linien verspätet. In einem Regionalzug saßen die Fahrgäste drei Stunden lang fest. Am Nachmittag fiel dann auch noch ein Stellwerk aus.Mehr...

MVV fordert 60 Euro Strafe für Schwarzfahrer

München - Das derzeit geltende Bußgeld von 40 Euro für Schwarzfahrer im öffentlichen Nahverkehr hat nicht genügend abschreckende Wirkung – dieser Meinung ist der Münchner Verkehrsverbund (MVV).Mehr...

S-Bahn: Ungewöhnliche Maßnahme wegen Kälte

München - Bis zum Samstag hatte die S-Bahn der Kälte getrotzt. Dann häuften sich bis Montagfrüh die Schäden. Jetzt hat die Bahn mit einer ungewöhnlichen Maßnahme begonnen.Mehr...

Horror in der U-Bahn: Fahrer sturzbetrunken

München - Mit zwei Promille Alkohol im Blut hat ein U-Bahn-Fahrer am Dienstag zwei Bahnhöfe verpasst und musste am Ende abgelöst werden. Die MVG hat ihm jetzt den Schlüssel abgenommen - und das ist nicht die einzige Konsequenz.Mehr...

EHC München

Alle Infos, Nachrichten und Spielberichte zum EHC München auf merkur-online.de.

Ehc München: Stephane Julien vor Zukunftsentscheidung

EHC-Kapitän Stephane Julien am Wendepunkt

München - Stephane Julien ist für die freien Tage heim nach Kanada gereist. Der Kapitän des EHC München sucht dort nach einer Entscheidung, die in jedem Fall Auswirkung auf den EHC haben wird. Geht er oder bleibt er?Mehr...

Nachrichten aus dem Landkreis

Berlin, Grünwald und Absurdistan

Berlin, Grünwald und Absurdistan

München - In exklusiver Wohnlage soll ein afghanisches Generalkonsulat eröffnen. Die Fahne weht schon, doch die Genehmigung steht bislang aus.Mehr...

AIG schlägt Alternative zur Gräfelfinger Umgehungsstraße vor

Eine weitere Variante zur geplanten St 2063 neu liegt nun in Form eines Antrages auf dem Rathaus-Tisch.Mehr...

Aktuelle Videos

Videos werden geladen...0:00
Bild mit Ladehinweis

Weitere Informationen für dieses und andere Videos werden geladen...

Abspielen

Alle Videos

-cQsQSjKe1q6Y14uLo3ivuElQ2zsPqi5W8XyhmnDpmk.http://www.merkur-online.de/media/video/37063960011755456930

Artikel lizenziert durch © merkur-online
Weitere Lizenzierungen exklusiv über http://www.merkur-online.de

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

SkyScraper