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So kam die Ribéry-Statue auf den Marienplatz

So kam die Ribéry-Statue auf den Marienplatz

München - Ein Sportartikelhersteller hat am Donnerstag einen riesigen Reklame-Ribéry vor dem Rathaus aufgestellt. Schon nach Stunden musste die Statue wieder verschwinden. Jetzt gibt es Ärger.

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Dass Fußballer wie Könige verehrt werden, soll ja öfter vorkommen. Dass einem Ballkünstler aber gleich ein überlebensgroßes Denkmal gesetzt wird - und das auch noch mitten am Marienplatz - das gab es noch nie. Bis gestern. Denn am Donnerstagvormittag ragte plötzlich ein majestätischer Franck Ribéry fast vier Meter hoch vor dem Rathaus empor - und machte so selbst dem „Bürger-King“ Christian Ude Konkurrenz. Die Inschrift des Sockels lautete „Franck Ribéry: König von Bayern 2007 - 2015“. Woher aber kam das Heldendenkmal?

Die Antwort ist naheliegend: Es handelt sich um die Werbeaktion eines Sportartikelherstellers. Dessen Logo war an der Statue denn auch deutlich zu sehen. Und was aussah wie Bronze, entpuppte sich als wetterfestes Styropor. Das Pikante: Das Unternehmen hatte gar keine Genehmigung dafür. Sie stellten die Statue einfach auf. Weil sich Bürger beschwerten, rückte die Polizei an - und stellte sicher, dass die Verantwortlichen ihre „Statue of Ribéry“ gegen 15 Uhr wieder abbauten.

Wie König Ludwig: Ribéry-Plakat an der Theatinerkirche.

Eine ebenso dreiste wie clevere Aktion: Denn hier am Marienplatz hatte der französische Starkicker Ribéry am Sonntag den jubelnden Fans verkündet, dass er seinen Vertrag beim FC Bayern bis 2015 verlängert hat (wir berichteten). Auf die Welle der Ribéry-Begeisterung springt der Sportartikelhersteller nun auf. Er ließ die Statue direkt aus Berlin kommen, wo sie anlässlich des Pokalfinales für eine ähnliche Aktion verwendet worden war. „Wir haben uns sehr darüber gefreut, dass unser Vertragsspieler in Deutschland bleibt“, sagte ein Unternehmens-Sprecher. Das habe man mit den Fans feiern wollen. Zur Frage der Genehmigung wollte sich der Sprecher nicht äußern. Er sagte jedoch: „Wir wollten ein Fotoshooting mit der Statue auf dem Marienplatz machen. Die anwesenden Polizisten, offenbar auch Fußballfans, haben den Charme dieser Geste sehr gut aufgenommen.“ Allzu sehr vom Charme betört können die Polizisten aber nicht gewesen sein - sie erstatten eine Ordnungswidrigkeiten-Anzeige gegen die Verantwortlichen. Denen droht nun ein Bußgeld von bis zu 1000 Euro, zudem kann die Stadt unter Umständen einen Anteil am Gewinn der Aktion verlangen. Ob sie das tut, ist offen. Vermutlich aber dürfte der Konzern die Buße aus der Portokasse zahlen können - angesichts der immensen Werbewirkung eine lukrative Angelegenheit.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Hersteller mit einer nicht-genehmigten Werbeaktion für Aufsehen sorgt. Erst 2007 prangte ein riesiges Plakat an der Theatinerkirche, das die Stadt in dieser Größe zunächst nicht erlaubt hatte. Es zeigte ebenfalls Ribéry - als Bayern-König im Hermelinmantel. Es musste daraufhin verkleinert und tiefergehängt werden. Ob weitere Aktionen dieser Art geplant sind? „Lassen Sie sich überraschen“, lautete die Antwort der Firma.

Johannes Patzig

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