München - Das Ringen um die Trambahn durch die Fürstenrieder Straße spitzt sich zu. Die rot-grüne Mehrheit im Stadtrat brachte das Vorhaben am Mittwoch auf den Weg.

Es geht um 8,7 Kilometer Strecke und 14 bis 17 Haltestellen in fünf Münchner Stadtbezirken. Kurz: um die geplante Tram-Westtangente, die vom Romanplatz durch die Laimer Unterführung zur Aidenbachstraße reichen soll. Sie würde auch die bisherige Buslinie 51 ersetzen.
Dreh- und Angelpunkt des Kräftemessens ist die Genehmigungsfähigkeit der neuen Linie. Werner-Hans Böhm, früher Präsident der Regierung von Oberbayern, hatte dem Projekt 1996 keine Aussicht auf Verwirklichung gewährt. Die hohe Verkehrsbelastung der Fürstenrieder Straße, die keine Minderung der Vierspurigkeit erlaubte, stand damals dem Tramprojekt entgegen. Böhm hatte aber auch erklärt, wenn die damals noch nicht gebaute Autobahn-Westspange genug Fahrzeuge von der Fürstenrieder Straße absaugen werde, müsse die Situation neu bewertet werden. Diesen Punkt betont jetzt auch Regierungs-Sprecher Heinrich Schuster. SPD und Grüne im Stadtrat vertrauen nun darauf, dass die Regierung die „West-Tangente“ billigt. Dies würde den Weg für den Bau freimachen und auch Zuschüsse für das Projekt ermöglichen.
Die Kritiker der neuen Tram haben dauerhaften Widerstand angedroht. Bewohner der Umgebung fürchten, dass ihre Wohnqualität unter die Räder kommt, wenn die Fürstenrieder Straße wegen der Tram nur noch zwei oder drei Spuren hätte. Staus und Schleichverkehr durch die Wohngebiete empfinden sie als Bedrohung.
Die Befürworter bleiben standhaft. OB Christian Ude (SPD) beklagte das „Trommelfeuer der CSU“ gegen die meisten Straßenbahn-Pläne. Paul Bickelbacher (Grüne) rühmt die Attraktivität der Tram : „Sie kann mehr Fahrgäste transportieren, und überall wo zuvor ein Bus gefahren ist, gewinnt die Trambahn 20 bis 50 Prozent der Fahrgäste dazu.“
Gunnar Heipp, Trambahn-Stratege der MVG, fände es „unseriös“, schon jetzt eine Kosten-Rechnung aufzumachen ohne in die Vorplanung eingetreten zu sein. Die soll erst jetzt folgen. Die MVG spürt auch schon den heißen Atem der Tramgegner. Heipp: „Wir haben eine Menge kritischer Post bekommen.“
Eberhard Geiger
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