München - Christsoziale wollen hinterfragen, ob die zweite Röhre tatsächlich die bessere Lösung ist. Der Ruf nach einem Gesamtkonzept wird laut.

© Marcus Schlaf
Der lange Weg zum Tunnel: Noch ist nicht klar, ob in München eine zweite S-Bahn-Röhre gebaut wird.
„Bernd Posselt war mir bisher nie als Verkehrsexperte aufgefallen“, schoss gestern der verkehrspolitische Sprecher der CSU-Landtagsfraktion, Eberhard Rotter, zurück. „Der Nordtunnel ist zwar eine faszinierende Geschichte. Wir würden aber wieder bei Adam und Eva anfangen.“
Er sehe nach dem Gutachten einen „Vorteil für die Tunnellösung“, sagte der Vorsitzende des Verkehrsausschusses, Erwin Huber. Nur: „So ganz leicht wird es nicht werden, an Bundesgelder zu kommen.“ Denn der Nutzen-Kosten-Faktor von 1,15 sei im Vergleich mit anderen Projekten „nicht beeindruckend“, erklärte Huber gegenüber unserer Zeitung. Nicht zuletzt sei eine Reihe von Fragen offen.
Die will der Landtag im Januar bei einer Anhörung klären. Denn dann ist auch bekannt, auf welchem Weg künftig eine Express-S-Bahn zum Flughafen rauschen soll. Auch dafür könnte ein Milliardenbetrag fällig werden.
„Wir müssen endlich einen Schritt zurücktreten und uns überlegen, wie ein finanzierbares Gesamtkonzept aussehen kann“, forderte der CSU-Landtagsabgeordnete Markus Blume. Die Diskussion über den zweiten S-Bahn-Tunnel zeige immer mehr, „dass dieser eine sehr teure Lösung für nur ein Problem unter vielen am Bahnknoten München ist“.
Auf diese Diskussion möchte sich die SPD nicht mehr einlassen. „Die CSU sollte endlich von der Selbstfindung zur Sachpolitik zurückkehren“, ätzte der Chef der Rathausfraktion, Alexander Reissl. Diese Form der „Pseudo-Lebendigkeit“ gehe zu Lasten der Stadt.
Matthias Kristlbauer
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