München - Radikal-Anhänger des FC Bayern haben am Samstag im Zug nach Mainz randaliert und in Würzburg Polizisten angegriffen. Ein 20-Jähriger ist in Haft.

Mitglieder des inoffziellen FC-Bayern-Fanclubs „Schickeria München“ haben am Samstag drei Polizisten auf dem Würzburger Bahnhof angegriffen und schwer verletzt. Sie waren auf dem Weg zum Auswärtsspiel ihres Vereins beim FSV Mainz 05 (2:1) – gesehen haben sie es nicht.
Laut Polizei hatten die Bayern-Anhänger den Regionalzug auf der Fahrt beschädigt. Als sich drei Beamte in Würzburg ein Bild von der Verwüstung machen wollten, blockierten Schickeria-Mitglieder die Türen. Ein Fan schlug einen Polizisten ins Gesicht, der über einen anderen Wagen in den Zug geklettert war. Der Täter wurde festgenommen und auf den Bahnsteig gebracht. Hier bekam er Unterstützung von einer Horde von 30 bis 40 Fans.
Sie befreiten ihren Kameraden und griffen die drei Polizisten an. Diese setzten zwar Pfefferspray und Schlagstöcke ein, erlitten aber Rippenbrüche und Prellungen. Sie mussten in ein Krankenhaus gebracht werden, wurden aber noch am Wochenende entlassen.
Laut Polizei gehen die Ermittlungen weiter. Im Raum stehen schwerwiegende Straftaten wie gefährliche Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, schwerer Landfriedensbruch, Gefangenenbefreiung und Sachbeschädigung.
Die Mitglieder des bei den Verantwortlichen des FC Bayern nicht immer beliebten Fanclubs „Schickeria München“ sind für ihre Gewaltbereitschaft bekannt. 2007 hatten Schickeria-Mitglieder auf einem Parkplatz nahe Würzburg einen Fanbus des 1. FC Nürnberg überfallen. Dabei wurden mehrere „Clubberer“ zum Teil lebensgefährlich verletzt. Eine Frau erblindete auf einem Auge nach einem Flaschenwurf. Drei Fans wurden damals zu Bewährungsstrafen verurteilt.
Der FC Bayern München wollte sich gestern vorerst nicht zu dem neuen Zwischenfall äußern.
Thierry Backes
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