306.11.09|München|München|
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München - Der Tierpark Hellabrunnn hofft auf den ersten Dickhäuter-Nachwuchs seit 66 Jahren - und schickt die trächtige Panang zur Geburtsvorbereitung.

Etwas Großes kündigt sich an im Elefantenhaus des Tierparks Hellabrunn. Genauer gesagt, etwas ein Meter Großes und 120 bis 160 Kilogramm Schweres. So viel wiegen Elefantenjunge im Schnitt bei der Geburt. Die 20 Jahre alte Elefantenkuh Panang ist schwanger. Wenige Wochen nach dem Einstand des neuen Zoo-Chefs Andreas Knieriem könnte sich Dickhäuter-Nachwuchs im Zoo einstellen. "Wir gehen davon aus, dass es bald soweit ist", sagt der 43-jährige Nachfolger von Henning Wiesner.
Nicht nur beim Menschen, auch bei Elefanten in Gefangenschaft will eine Geburt vorbereitet sein. Während nebenan der werdende Vater, Bulle Gajendra, trompetet, ist im großen Außengehege am Freitagmorgen Schwangerschaftsgymnastik angesagt. Panang macht auf Kommando Dehnübungen. Sie streckt die Vorderbeine durch und schiebt das Dickhäuter-Hinterteil in Richtung Boden. Dann hebt sie einzeln die Beine, drückt sie weit nach oben. "So versuchen wir, ihre Muskulatur geschmeidig zu machen", erklärt Elefantenpfleger Andi Fries. Es sei wie bei schwangeren Frauen: Mit zunehmendem Gewicht würden trächtige Elefanten phlegmatisch. "Das würde die Geburt erschweren", sagt Fries.
Eine traurige Geburt hat Panang bereits hinter sich. Im Dezember 2004 brachte sie nach 21 Monaten Tragezeit ein totes Kalb zur Welt. Ein lebendes Elefantenbaby erblickte in Hellabrunn zuletzt 1943, vor 66 Jahren, das Licht der Welt. Deshalb sind Tierpark-Chef und Pfleger jetzt umso aufgeregter.
Wann Panang kreißt, ist unklar. Elefantenkühe tragen zwischen 22 und 24 Monate. "Mit Hormonanalysen können wir den Geburtstermin aber auf drei bis vier Tage genau eingrenzen", erklärt Knieriem. Ist das der Fall, wird im Warmhaus alles bereit sein. "Meistens gebären sie zwischen 2 und 5 Uhr morgens", weiß Fries. Eine Kamera ist installiert, zwei Pfleger übernachten im Elefantenhaus, andere haben Rufbereitschaft. Sie werden als "Hebammen" gebraucht. "Es besteht die Gefahr, dass Panang auf ihr Jungtier trampelt, weil die unbekannten Schmerzen sie erschrecken", erklärt Fries. Deshalb müssen die Pfleger das Jungtier sofort nach der Geburt wegziehen. In freier Wildbahn übernehmen das andere Elefantenkühe. Sie stoßen die Mutter von ihrem Kind weg.
"Ich will mich nicht zu früh freuen", sagt Fries, der vor fünf Jahren die Totgeburt miterlebte. "Aber wenn es klappt, ist es das schönste Weihnachtsgeschenk, das ich mir vorstellen kann." Bis dahin wird er Panang noch ein paar Brustmassagen verpassen. Die graue Riesin soll ihr Junges zum Säugen an sich heranlassen. "Aber sie ist eben eine etwas kitzlige Dame", sagt Fries und lacht.
Caroline Wörmann.
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