München - Für Münchens Studenten wird es ernst. Sie sollen ab Montag über ein Semesterticket abstimmen, mit dem viele von ihnen günstiger mit U-Bahn, S-Bahn, Tram oder Bus fahren. Das Votum gilt als einmalige Chance.

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Münchens Studenten sollen ab Montag über ein Semesterticket abstimmen.
Eine billigere Alternative bot sich für die Studierenden bisher nicht. Die Einführung eines Semestertickets stockt seit 17 Jahren, weil die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) und die S-Bahn bei einem Studenten-Rabatt zumindest nicht draufzahlen wollen.
Einige werden aber wohl auch etwas mehr bezahlen müsen – gerade diejenigen, die den MVV bisher fast nie nutzen. Denn für alle Studenten obligatorisch wäre ein Grundbetrag von 78,50 Euro. Nur an der Technischen Universität könnte es womöglich mit 49 Euro getan sein, wenn die Hochschule einen Zuschuss gibt. Der Sockelbetrag ist quasi die Solidarkomponente, die den Vielfahrern unter den Studenten helfen soll. Zur Vorlesung kommt man damit allerdings nicht: Denn dieses Ticket gilt wochentags nur von 18 Uhr abends bis 6 Uhr morgens, an Samstagen und Sonntagen immerhin den ganzen Tag. Wer die Vergünstigung jedoch immer und überall nutzen will, muss sich ein optionales Aufpreisticket für 143,50 Euro pro Semester dazukaufen.
„Wir hätten lieber ein Modell mit einem niedrigeren Sockelbetrag gehabt“, sagte Christian Briegel, Semesterticketbeauftragter der Technischen Universität. Das Ticket sei das teuerste seiner Art in Deutschland. Jedoch wollen die Verkehrsbetriebe auch weiterhin nicht draufzahlen. Ein günstigerer Basistarif wäre nur dann möglich gewesen, wenn die öffentliche Hand Zuschüsse gegeben hätte, teilte der MVV mit. Dies jedoch sei angesichts der Finanzsituation „eher unwahrscheinlich“.
Nun haben es die Studenten in der Hand, über das Semesterticket zu entscheiden. Sie sind an den drei Universitäten von Montag, 23. November, bis Freitag, 4. Dezember, zur Urabstimmung im Internet unter www.semesterticket-muenchen.de aufgerufen. Mindestens 20 Prozent der Studenten müssen an jeder Uni mitmachen, damit das Votum gilt und das Semesterticket nach 17 Jahren Diskussion auch tatsächlich kommt.
Matthias Kristlbauer
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