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Semesterticket vorerst gescheitert

Die Einführung eines MVV-Semestertickets für Studenten ist vorerst gescheitert. Bei einer Urabstimmung votierten Studenten von TU und Hochschule München zwar dafür. Doch an der LMU erteilte man dem Ticket eine Absage.

© dpa

Die Mehrheit der Studenten hat sich gegen das Semesterticket ausgesprochen.

Eines steht außer Frage: Das Thema Semesterticket liegt den Münchner Studenten am Herzen. 53,7 Prozent von ihnen beteiligten sich an der Urabstimmung über die Einführung des Tickets. Vertreter der Studierenden sprechen von einer „Rekordwahlbeteiligung“. Kein Wunder: Während ein Semesterticket in anderen Städten gang und gäbe ist, diskutiert man in München seit mehr als 15 Jahren über die Einführung eines Studentenrabatts – bislang ohne Erfolg. Doch das aktuelle Angebot des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds (MVV) polarisiert die Studentenschaft.

Dem Vorschlag nach hätte künftig jeder Student für 78,50 Euro pro Semester ein Sockelticket kaufen müssen – ob er will, oder nicht. Mit diesem Ticket könnte man aber nicht zur Vorlesung fahren – es würde nur in den Abend- und Nachtstunden und am Wochenende gelten. Studenten, die jederzeit freie Fahrt mit S-Bahn, U-Bahn, Bus oder Tram haben wollen, hätten zusätzlich zum Sockelbetrag noch 143,50 Euro pro Semester drauflegen müssen. Über ein Semesterticket zu diesen Konditionen durften die Studenten nun abstimmen – mit unterschiedlichem Ergebnis. Die Studenten der Technischen Universität (TU) stimmten mit überwältigender Mehrheit von 82,5 Prozent für das Ticket. Auch an der Hochschule München (HM) sprach man sich klar dafür aus (65,5 Prozent Ja-Stimmen).

LMU-Studenten wollen kein Semesterticket

Doch an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), mit über 45.000 Studenten die größte Uni, setzten sich die Gegner des Tickets knapp durch – mit 52,1 Prozent der Stimmen. Damit ist die Einführung des Tickets vorerst gescheitert. „Das Angebot galt für den Fall, dass alle drei Unis mitmachen“, sagte eine MVV-Sprecherin. Nun müsse man erneut verhandeln. Für Ende der Woche ist ein Gespräch geplant. Die Vertreter der Studierenden reagierten nicht überrascht. „Viele Studenten fanden das Angebot unfair“, sagte Thomas Honesz vom LMU-Arbeitskreis Semesterticket. Das gehe aus hunderten von E-Mails hervor, die die Studierendenvertretung erhielt. „Viele haben sich über den hohen Sockelbeitrag aufgeregt.“ An der LMU, so schätze er, sei das Thema damit „für die nächsten zwei Jahre vom Tisch“.

An der TU hat man dafür Verständnis. LMU-Studenten würden am wenigsten vom Semesterticket profitieren, da viele von ihnen in der Innenstadt wohnen und studieren, sagte Christian Briegel vom Fachschaftenrat der TU. Studenten der HM hätten da längere Wege – und höhere MVV-Kosten. TU-Studenten hätten davon profitieren können, dass ihre Uni das Ticket aus Studiengebühren bezuschussen will – so hätten sie nur einen Sockelbetrag von 49 statt 78,50 Euro zahlen müssen. Honesz und Briegel sind sich einig: Nun ist die Politik gefragt. Stadt und Freistaat müssten als MVV-Gesellschafter dafür eintreten, dass das Ticket wenigstens probeweise an TU und HM eingeführt wird – zu den genannten Konditionen, erklärten beide. Ob sich der MVV darauf einlässt, ist fraglich. Zuletzt hatte es geheißen, ein Semesterticket wäre nur möglich, wenn die Betreiber der öffentlichen Verkehrsmittel dabei nicht draufzahlen.

Von Johannes Patzig

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