München - Kurz nach dem Jahreswechsel steht München ein wahrhaft kosmisches Ereignis bevor: Eine partielle Sonnenfinsternis, wie es sie lange nicht mehr geben wird. Was Sie alles wissen müssen:

© Gebhardt
Auch 2003 faszinierte eine partielle Sonnenfinsternis die Münchner.
Die Sonnenfinsternis wird sich am Dienstag, 4. Januar, ereignen. Sind Sie schon aufgeregt?
Durchaus! Ich bin sehr gespannt, vor allem, ob das Wetter mitspielt. Diese Finsternis könnte die grandioseste werden, die wir in den nächsten 15 Jahren sehen.
Was macht diese Finsternis so besonders?
Das Tolle ist, dass die Sonnenfinsternis sehr tief über dem Horizont zu sehen sein wird. Schon wenn die Sonne um kurz nach 8 Uhr morgens aufgeht, beginnt der Neumond, sich vor die Sonnenscheibe zu schieben. Um 9.18 Uhr erreicht die Finsternis ihren Höhepunkt: In München bedeckt der Mond dann fast 70 Prozent der Sonnenscheibe! Sie wird als nach oben geöffnete Sichel über der Stadt schweben.
Eine Sonnenfinsternis am frühen Morgen ist also außergewöhnlich schön?
Ja. So haben die Menschen die Chance, die Sonnensichel zusammen mit der Landschaft oder der Stadtsilhouette zu betrachten. Das ist eines der eindrucksvollsten Dinge, die man am Himmel sehen kann! Erst 2026 wird es hier wieder eine ähnlich schöne Sonnenfinsternis geben.
Auf welches Wetter hoffen Sie?
Wo kann man die Finsternis gut beobachten?
Warum das?
Weil in dieser Nacht vermutlich zahlreiche Sternschnuppen zu bewundern sind.
Das kann man jetzt schon vorhersehen?
Ja. Berechnungen zufolge könnten sogar um die 100 Schnuppen pro Stunde fallen. Freilich sieht der Beobachter längst nicht alle davon - aber sicher einige. Am Abend des 3. Januar sollten schon welche zu sehen sein. Der Höhepunkt kommt aber in der zweiten Nachthälfte.
Wie entstehen eigentlich Sternschnuppen?
Das sind winzige Gesteinsteilchen aus dem Weltall. Auch wenn sie so hell leuchten wie die hellsten Sterne am Himmel, sind sie nicht größer als ein Fünf-Cent-Stück. Aber sie schießen mit bis zu 150 000 Stundenkilometern auf die Erde nieder – so dass sie die Atmosphäre zum Leuchten bringen. Sie verglühen meist vor dem Aufprall.
Mal ehrlich: Wünschen Sie sich was, wenn Sie eine Sternschnuppe sehen?
Wenn ich eine sehe, bin ich meistens so gebannt, dass ich gar nicht dazu komme, mir was zu wünschen!
Interview: Johannes Patzig
Die Volkssternwarte an der Rosenheimerstraße 145h öffnet wegen der Finsternis am 4. Januar von 7.30 Uhr bis 11 Uhr. Der Eintritt kostet 5 Euro/erm. 3 Euro. Kinder mit Münchner Ferienpass haben kostenlosen Zutritt. Spezielle Finsternisbrillen kann man dort für zwei Euro erwerben. Wer seine Brille schon vorher in der Sternwarte kaufen möchte, kann das an zwei Abenden tun: am heutigen Donnerstag und am Montag, 3. Januar, jeweils von 20 bis 21 Uhr. Ansonsten kann man Brillen bei manchen Optikern, etwa bei Apollo Optik, bestellen.
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