München - Er erinnerte an eine Welt des Krieges: Der Schornstein auf dem Gelände der Bogenhausener Prinz-Eugen-Kaserne. Gestern haben Experten den Kamin gesprengt – und so Platz gemacht für Familienwohnungen.

Videobeschreibung (+Laufzeit oder Datum siehe Original).
Sprengmeister Edi Reisch bläst in sein Signalhorn. Ein langer Laut ertönt. Er signalisiert, dass an den Kontrollposten rund um den 41 Meter hohen Schornstein alles in Ordnung ist. Jetzt bläst Reisch zweimal kurz in sein Horn – die Sprengung kann beginnen. Reisch kurbelt an einem Generator und sagt: „Drei, zwei, eins, Sprengung“. Die 33 Sprengladungen mit ihren je 80 Gramm Dynamit zünden, ohne dabei großen Lärm zu machen. Binnen weniger Sekunden sinkt der Schornstein mit einem dumpfen Geräusch in den Schnee. Wie ein gefällter Baumstamm.
Jetzt führt die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben das Regiment. Sie lässt das Areal im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland räumen, der das Gelände bis Ende 2005 gehörte. Damit die Stadt München, die das Areal für 36 Millionen Euro kaufte, ein neues Wohnquartier bauen kann.
Denn wie berichtet soll auf dem rund 30 Hektar großen Areal – das entspricht der Fläche von 40 Fußballfeldern – eine Art Mini-Dorf entstehen. Mit einem Markplatz, um den sich Wohnungen für Familien und alte Menschen, eine Schule, ein Bürgerhaus, Kitas und Läden gruppieren. Die rund 1600 Wohnungen in Reihenhäusern, Flachbauten und Stadtvillen könnten in rund vier Jahren bezugsfertig sein: Am Mittwoch genehmigte der Stadtrat den Entwurf der Münchner Architekten Grüner, Schnell und Partner. Von der alten Kaserne bleiben dann nur die Schwimmhalle und der sogenannte Tauchtopf – ein Bassin, in dem die Pioniere Unterwasserarbeiten übten und in dem künftig Rettungsschwimmer trainieren.
Bettina Stuhlweißenburg
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