München - Jetzt ist es amtlich: 500 Arbeitsplätze sollen nach Fürth verlagert werden. Ministerpäsident Seehofer rüffelt Münchner CSU: „Nicht in diesem Ton“.

© Marcus Schlaf
Das Statistische Landesamt wird die Fußgängerzone in den nächsten Jahren verlassen.
Das Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung wird nach Fürth verlagert. Dies beschloss die Staatsregierung am Wochenende bei ihrer zweitägigen Klausur in St. Quirin am Tegernsee. „Der Grundsatzbeschluss steht“, bekräftigte Regierungschef Horst Seehofer (CSU). Innenminister Joachim Herrmann soll bis März 2010 ein konkretes Konzept für den Umzug erarbeiten.
Insgesamt sollen 500 Arbeitsplätze von München nach Fürth verlagert werden. „Wir setzen nicht Menschen um, sondern nur Stellen“, bemühte sich Seehofer, den Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen. Niemand müsse gegen seinen Willen die Landeshauptstadt verlassen. „Es wird eine sozialverträgliche Lösung geben.“ Herrmann hatte sich am Mittwoch bei einer Personalversammlung einiges von den Mitarbeitern des Landesamtes anhören müssen. Rolf Habermann, Chef des Bayerischen Beamtenbundes, bezeichnete es gestern noch einmal als „sehr unglücklich“, dass die betroffenen Beschäftigten des Landesamtes nicht vorab über die Pläne unterrichtet wurden, sondern diese aus der Presse erfahren mussten.
Nicht verlagert wird das Rechenzentrum Süd des Landesamtes. Es bleibt in München. Auch die Außenstelle des Landesamtes in Schweinfurt bleibt vom Umzug unberührt. „Der Umzug erfolgt schrittweise“, erklärte Zeil. Wann die Verlagerung abgeschlossen ist, ist offen – ebenso die Kosten. „Das wissen wir erst, wenn Joachim Herrmann sein Konzept vorlegt.“
Kurzfristig sollen in Fürth 150 bis 200 neue Arbeitsplätze für das Landesamt entstehen. Sie werden für die Durchführung des Mikrozensus 2011 benötigt. „Wir hoffen, hier bereits einige Quelle-Mitarbeiter unterzubringen“, so Seehofer.
Steffen Habit / Mike Schier
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