München - Schon im Mai ist wieder Strand-Spaß an der Corneliusbrücke angesagt. Der Stadtrat hat jetzt sein ok gegeben. Bis 2011 soll es alternative Standorte geben.

© Reinhard Kurzendörfer
Füße im Sand, Caipi in der Hand: Der Strand ist ein Spaß, sein Kulturkonzept bleibt umstritten.
Den gab es freilich auch diesmal – obwohl sowohl SPD und Grüne als auch die CSU für den neuen Modus stimmten, der da lautet: Die Stadt übernimmt fortan die Standortwahl und sie schreibt alle drei Jahre den Posten aus, wer den Strand betreiben darf.
Vielleicht lag der Streit daran, dass sich viele Räte so verbiegen mussten: Alexander Reissl zum Beispiel hatte im vergangenen Jahr für die SPD gefordert, dass der Strand 2009 wirklich zum allerletzten Mal an der Corneliusbrücke stattfinden solle, um die Anwohner zu entlasten. Die Urbanauten sollten sich andere Standorte ausdenken. Gestern musste er zugegeben: „Die Vorschläge der Urbanauten waren enttäuschend, aber wir merken auch, dass es viel Zustimmung für den Strand gibt.“ Und weil „wir nicht gewählt sind als versammelte Spaßbremsen der Stadt“, könne man sich den Strand heuer – nun aber wirklich zum allerallerletzten Mal – an der Corneliusbrücke vorstellen. Und dann soll die Verwaltung übernehmen – um den Strand 2011 möglicherweise auf den Vater-Rhein-Brunnen an die Ludwigsbrücke zu schicken. Das brachte ihm Häme von Seiten der CSU ein. Georg Schlagbauer: „Sie wollen nur den Koalitionsfrieden mit den Grünen nicht gefährden.“
Die CSU fordert seit einem Jahr selbst Sandstrände, Gastronomien und Biergärten entlang der Isar. Gleichzeitig sorgt sich Schlagbauer aber um die Anwohner der Corneliusbrücke. Das Resultat ist der Antrag, der Kulturstrand solle bereits heuer am Vater-Rhein-Brunnen stattfinden. „Sie wissen, dass das in der kurzen Zeit nicht mehr machbar ist, also ist das ein Verhinderungs-Antrag“, schimpfte Reissl. „Sie wollen einen Strand, aber nur dort, wo er keinen stört – in Fröttmaning vielleicht?“
Nach langem Hin und Her mussten die Chefs der betroffenen Bezirksausschüsse Isarvorstadt und Lehel zur Kenntnis nehmen, dass „ihre“ beiden Brückenbalkone wohl weiterhin (beziehungsweise erstmals) den Strand beherbergen werden. Der einzig Zufriedene war Siegfried Benker (Grüne): „Heute haben wir einen Paradigmen-Wechsel erreicht“, sagte er. „Die Verwaltung sagt jetzt: Wo geht es? Und nicht mehr: Wo geht es nicht?“
Für die Zukunft goss Blume-Beyerle dann freilich Wasser in den Wein: „Es gibt eine Fülle von Vorschriften, und mit denen müssen sich die zuständigen Referate auch künftig beschäftigen.“ Gleichwohl: „Es ist gut, dass wir rauskommen aus den Ritualen der letzten Jahre.“ Im Herbst stellt das KVR dem Stadtrat die Alternativen zur Corneliusbrücke vor.
Johannes Löhr
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