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Isar-Strand an der Corneliusbrücke bleibt München und den Urbanauten erhalten

Stadt-Strand eröffnet im Mai

München - Schon im Mai ist wieder Strand-Spaß an der Corneliusbrücke angesagt. Der Stadtrat hat jetzt sein ok gegeben. Bis 2011 soll es alternative Standorte geben.

© Reinhard Kurzendörfer

Füße im Sand, Caipi in der Hand: Der Strand ist ein Spaß, sein Kulturkonzept bleibt umstritten.

Der Stadtrat hat dem Strand an der Corneliusbrücke zugestimmt. Er findet von 23. Mai bis 22. August statt, Betriebsende ist täglich um 23 Uhr (wir berichteten). Die Entscheidung fiel freilich wieder einmal nicht ohne Diskussionen. Fakt ist aber, dass die Veranstaltung 2011 an anderer Stelle stattfinden und danach wandern muss. Es soll drei alternative St(r)andorte geben. Wo, das bestimmt künftig die Stadt, nicht der Strand-Betreiber.

Wilfried Blume-Beyerle

Am Ende war Kreisverwaltungsreferent Wilfried Blume-Beyerle platt nach all den Wortgefechten der Stadträte. „Ich bedanke mich für das große Vertrauen, das dem KVR da zukommt“, meinte er süffisant. Sein Referat soll künftig federführend richten, was in den vergangenen Jahren unmöglich schien: klipp und klar drei Orte nennen, an die ein Stadtstrand jeweils für einen Sommer ziehen kann, und alle drei Jahre einen neuen Betreiber suchen.

Bislang war das Ritual, dass die veranstaltenden Urbanauten Vorschläge machen mussten, die dann auf dem Weg durch die Verwaltung auf Widerstände stießen – noch am wenigsten der Vorschlag Corneliusbrücke, darum landete der Strand in den vergangenen vier Jahren stets dort. Jedesmal wurde die Veranstaltung auf den letzten Drücker auf die Tagesordnung des Stadtrates gehievt, wo es dann gehörig Zoff gab.

Den gab es freilich auch diesmal – obwohl sowohl SPD und Grüne als auch die CSU für den neuen Modus stimmten, der da lautet: Die Stadt übernimmt fortan die Standortwahl und sie schreibt alle drei Jahre den Posten aus, wer den Strand betreiben darf.

Vielleicht lag der Streit daran, dass sich viele Räte so verbiegen mussten: Alexander Reissl zum Beispiel hatte im vergangenen Jahr für die SPD gefordert, dass der Strand 2009 wirklich zum allerletzten Mal an der Corneliusbrücke stattfinden solle, um die Anwohner zu entlasten. Die Urbanauten sollten sich andere Standorte ausdenken. Gestern musste er zugegeben: „Die Vorschläge der Urbanauten waren enttäuschend, aber wir merken auch, dass es viel Zustimmung für den Strand gibt.“ Und weil „wir nicht gewählt sind als versammelte Spaßbremsen der Stadt“, könne man sich den Strand heuer – nun aber wirklich zum allerallerletzten Mal – an der Corneliusbrücke vorstellen. Und dann soll die Verwaltung übernehmen – um den Strand 2011 möglicherweise auf den Vater-Rhein-Brunnen an die Ludwigsbrücke zu schicken. Das brachte ihm Häme von Seiten der CSU ein. Georg Schlagbauer: „Sie wollen nur den Koalitionsfrieden mit den Grünen nicht gefährden.“

Die CSU fordert seit einem Jahr selbst Sandstrände, Gastronomien und Biergärten entlang der Isar. Gleichzeitig sorgt sich Schlagbauer aber um die Anwohner der Corneliusbrücke. Das Resultat ist der Antrag, der Kulturstrand solle bereits heuer am Vater-Rhein-Brunnen stattfinden. „Sie wissen, dass das in der kurzen Zeit nicht mehr machbar ist, also ist das ein Verhinderungs-Antrag“, schimpfte Reissl. „Sie wollen einen Strand, aber nur dort, wo er keinen stört – in Fröttmaning vielleicht?“

Nach langem Hin und Her mussten die Chefs der betroffenen Bezirksausschüsse Isarvorstadt und Lehel zur Kenntnis nehmen, dass „ihre“ beiden Brückenbalkone wohl weiterhin (beziehungsweise erstmals) den Strand beherbergen werden. Der einzig Zufriedene war Siegfried Benker (Grüne): „Heute haben wir einen Paradigmen-Wechsel erreicht“, sagte er. „Die Verwaltung sagt jetzt: Wo geht es? Und nicht mehr: Wo geht es nicht?“

Für die Zukunft goss Blume-Beyerle dann freilich Wasser in den Wein: „Es gibt eine Fülle von Vorschriften, und mit denen müssen sich die zuständigen Referate auch künftig beschäftigen.“ Gleichwohl: „Es ist gut, dass wir rauskommen aus den Ritualen der letzten Jahre.“ Im Herbst stellt das KVR dem Stadtrat die Alternativen zur Corneliusbrücke vor.

Johannes Löhr

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