München - Fachhochschulen werden immer beliebter. Überall in Bayern melden die Hochschulen für angewandte Wissenschaften Rekorde bei den Bewerbungen für das Wintersemester.
Als sei ihnen ihr alter Name peinlich, haben sich die Fachhochschulen vor einigen Jahren in „Hochschulen für angewandte Wissenschaften“ umgetauft. Ein Imagewandel, weg vom Bild einer besseren Berufsausbildung, wie manche Akademiker ein FH-Studium belächeln. Und hin zu mehr Aufmerksamkeit auf den Praxisbezug der akademischen Ausbildung an einer Fachhochschule.
Immer mehr Abiturienten wollen an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften studieren, wie die Fachhochschulen sich seit einigen Jahren nennen. Allerorten in Bayern schnellen die Bewerberzahlen für das Wintersemester nach oben. An der Hochschule München gingen bis 15. Juni 40 000 Bewerbungen für 3500 Studienplätze ein, teilte die Hochschule am Donnerstag mit. Ein neuer Rekord, das sind 16 Prozent mehr Bewerbungen als im Vorjahr. Weil sich manche Interessenten für mehr als ein Fach beworben haben, ist deren tatsächliche Zahl jedoch geringer. Sie liegt bei 16 500.
Ähnliche Quoten verzeichnen auch andere große bayerische FHs. Regensburg meldet ebenso 16 Prozent mehr. Beworben haben sich 11 885 Studienwillige, in Ingolstadt sind es 17 Prozent mehr und in Nürnberg scheinen es 20 Prozent zu werden, wenn dort die Frist am 15. Juli endet.
„Und unsere dualen Studiengänge sind sehr gefragt“, sagt Preißner. Die Studenten machen dabei zusätzlich eine Lehre bei einer Firma oder bekommen dort zumindest Einblicke in die Arbeitswelt - was die Firma nach dem Examen oft mit einem Jobangebot belohnt. Angesichts der Wirtschaftskrise, so Preißner, könne sie sich vorstellen, dass manche Abiturienten auf Nummer sicher gehen wollen.
Trotz des Ansturms liegt das Übergewicht aber noch immer bei den großen Universitäten. An der größten Uni Bayerns, der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), lernen etwa 45 000 Studenten. Die größte FH ist mit rund 15 000 die Hochschule München. Insgesamt studieren zwei Drittel der Studenten in Bayern an Unis, nur ein Drittel lernt an FHs.
Wie sich die Bewerberzahl an den Universitäten entwickelt, lässt sich noch nicht prognostizieren. Aber Ulrich Marsch, Sprecher der Technischen Universität München (TUM), erwartet eher ein kontinuierliches Wachstum, wie in den vergangenen Jahren.
Kolja Kröger
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