München - 250 Studenten haben am Mittwoch auf dem Geschwister-Scholl-Platz gegen die Sparmaßnahmen an den bayerischen Universitäten demonstriert. Rückendeckung erhalten sie von den Oppositionsparteien und sogar von der Hochschulleitung.

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„Ihr nehmt uns das letzte Hemd“ - „Studiengebühren abschaffen“ - „Studiengebühren töten Bildung“. Auf großen Bannern halten die Studenten ihre Anliegen in die Höhe. Bei der Kundgebung auf dem Geschwister-Scholl-Platz vor der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) machen sie ihrem Ärger Luft. Zum generellen Unmut über die Bologna-Reform und Studiengebühren gesellt sich nun Empörung über die Sparbeschlüsse der bayerischen Staatsregierung: Demnach sollen Bayerns Hochschulen in den nächsten Jahren Millionensummen einsparen. Nun fürchten die Studenten angesichts des doppelten Abiturjahrgangs im kommenden Jahr, dass die Hochschulen aus allen Nähten platzen.
Bei einer Vollversammlung im Audimax der LMU stand am Abend eine Frage im Mittelpunkt: „Was können wir tun?“ Dabei zeichnete sich ab, dass die Studentenproteste wohl ruhiger verlaufen werden als letztes Jahr. Damals hatten Studenten das Audimax der LMU sechs Wochen lang besetzt. Gestern war davon in München keine Rede.
„Das Ausbauprogramm zum doppelten Abiturjahrgang ist nicht in Gefahr!“, hielt Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) den Studenten in einer Mitteilung entgegen. Er warne davor, „Panikmache zu betreiben“. Bernd Sibler (CSU), Vorsitzender des Hochschul-Ausschusses im bayerischen Landtag, ergänzte, die Staatsregierung habe „ein klares Signal für den Hochschulstandort“ gegeben. Die Opposition dagegen stärkt den Studenten den Rücken.
Nicht an der Bildung zu sparen, forderte die SPD-Abgeordnete Isabell Zacharias, und rief die Studenten auf: „Lasst uns darum kämpfen!“
„Den Hochschulen bricht das Fundament weg ohne Planungssicherheit“, sagte Ulrike Gote von den Landtags-Grünen. Sie forderte die „sofortige Aufhebung der zusätzlichen Haushaltssperre“. Michael Piazolo von den Freien Wählern deutet die Proteste als Zeichen dafür, dass die meisten Probleme in der bayerischen Hochschulpolitik weiter fortbestünden und die Versprechungen des Ministers nicht eingehalten worden seien. Auch LMU-Präsident Professor Bernd Huber stellte sich auf die Seite der Demonstranten: „Die Hochschulleitung der LMU kann die Befürchtungen der Studierenden nachvollziehen, dass im Hochschulbereich weiter gekürzt wird und sich die Studienbedingungen dadurch verschlechtern“, ließ er mitteilen.
von Kai Göpfert und Peter T. Schmidt
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