München - Der Kraft-Konzern verlagert sein Schokoladenlabor von Perlach ins Ausland. Davon sind 150 Mitarbeiter betroffen, die nicht mehr im Münchner Zentrum arbeiten können.

© Foto: Marcus Schlaf
Verführerische Masse: Mitarbeiter des Perlacher Schokolabors bei der Arbeit. Bald werden hier nur noch Feinkost und Frischkäse entwickelt.
Schokolade - seit jeher gilt sie als unwiderstehliche Versuchung - in Zukunft wird die süße Masse aber nicht mehr in München erprobt und entwickelt. Der Nahrungs- und Genussmittelkonzern „Kraft Foods“ plant, sein europäisches Spezialzentrum für Schokoladenforschung und -entwicklung für Schokoladen-Produkte von der Isar nach England zu verlagern. Ein anderer Teil soll nach Amerika umziehen.
Im Schokolabor an der Bayerwaldstraße 8 in Perlach entwickeln Experten von Kraft Foods unter anderem für die Marken Milka, Toblerone und Suchard neue Schokotypen. Dabei geht es ebenso um die „Glätte des Schmelzes“ und das „Mundgefühl“ wie um die ansprechendste Riegelform.
Offenbar nicht in München. In den nächsten 18 bis 24 Monaten soll der Umzug vollzogen sein. Der Betriebsrat sieht dadurch rund 150 von insgesamt 270 Arbeitsplätzen gefährdet. „Wir werden alle Mitarbeiter, die von München mit umziehen möchten, unterstützen und umfassend mit den Arbeitnehmervertretern und allen betroffenen Mitarbeitern über entsprechende Möglichkeiten reden“, betont Chuck Davis, Vizepräsident für Forschung, Entwicklung & Qualität bei Kraft Foods Europa. Das 1985 eingerichtete Speziallabor, will Kraft jedoch an der Bayerwaldstraße erhalten. „München wird auch weiterhin ein wichtiger Forschungs- und Entwicklungsstandort für unser Frischkäse- und Feinkost-Geschäft in Europa sein“, sagt Chuck Davis. Eines der prominentesten Produkte auf diesem Sektor sei der Philadelphia Frischkäse.
Carmen Ick-Dietl
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