416.09.09|München|München|16
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München - Krone stellt Strafanzeige gegen Peta - die Tierrechts-Organisation gegen den Zirkus: Der Streit um mutmaßliche Tierquälerei beim Circus Krone spitzt sich zu.

© Bodmer
Die Haltung der Elefanten beim Circus Krone wird von Tierrechtlern beanstandet.
Die Tierrechts-Organisation „Peta“ will heute Unterlagen präsentieren, die nach eigener Aussage „systemimmanente Tierquälerei“ bei Krone belegen. „Peta“ kündigte an, Strafanzeige gegen den Traditionsbetrieb zu erstatten. Der Zirkus wehrt sich – und stellte seinerseits Strafanzeige gegen „Peta“ – unter anderem wegen übler Nachrede.
Bei den Tierrechtlern ist man überzeugt, den Rechtsstreit zu gewinnen. Mehr als 15 behördliche Stellungnahmen, Gutachten und Protokolle habe man gesammelt, die belegen würden, dass Krone seine Tiere in den Jahren 2008 und früher schlecht behandelte, sagte Edmund Haferbeck von Peta. Teils habe man die Herausgabe der Schriftstücke bei Behörden einklagen müssen. Aus ihnen gehe hervor, dass insbesondere Pferde und Elefanten über Jahre hinweg mangelhaft gehalten worden seien. Vor allem hätten sie viel zu wenig Auslauf gehabt. Eine Folge der Haltung seien körperliche Schäden der Tiere, sagte Haferbeck. Bei Elefanten seien Extremitäten in Mitleidenschaft gezogen, auch bei Pferden hätten sich Huf- und Haltungsschäden gezeigt.
Krone dementiert entschieden. „Die Tiere werden das ganze Jahr über professionell betreut“, heißt es in einer Stellungnahme. Unter anderem würden renommierte Veterinäre die Tiere seit Jahren begutachten – und Krone eine sehr gute Haltung bescheinigen. Körperliche Beschwerden der Elefanten wie Arthrose und Arthritis seien altersbedingt. Auch Amtstierärzte, die die Haltung auf der Tournee 2009 kontrollierten, hätten nichts beanstandet. Krone-Sprecher Frank Keller: „Wir sehen der Klage sehr gelassen entgegen.“
Das Kreisverwaltungsreferat hatte vor Monaten einzelne Aspekte der Tierhaltung bei Krone bemängelt. Die Elefanten dürften nicht so lange angekettet sein und die Pferde bräuchten größere Auslaufflächen, hieß es. Das KVR lobte aber, der Zirkus habe sich kooperativ gezeigt und in vielen problematischen Punkten freiwillig Abhilfe geschaffen.
Von Johannes Patzig
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