München - Nach den Vorwürfen der Tierquälerei wächst der Druck auf den Circus Krone von politischer Seite. Forderungen nach einem Verbot von Wildtieren in der Manege werden laut.

© Peta
Flusspferd "Poppäa" aus dem Circus Krone kann "sein natürliches Sozialverhalten nicht ausleben", sagt die Tierexpertin.
Wie berichtet, muss sich der Circus Krone im kommenden Februar vor dem Amtsgericht Darmstadt verantworten – ihm werden Verstöße gegen das Tierschutzgesetz vorgeworfen. Das ARD-Magazin „Report Mainz“ berichtete zudem über fragwürdige Methoden der Tierhaltung auf der Tournee 2008. Unter anderem sei ein Flusspferd bei 6,5 Grad gehalten worden. Elefanten würden mit Fußfesseln fixiert.
Auch Menges hält es für „höchst problematisch“, wenn ein Zirkus ein Flusspferd hält. Selbst der Tierpark Hellabrunn habe zwei dieser Tiere an einen Zoo in Brasilien abgegeben – weil man sich die artgerechte Haltung nicht zutraute. „Wie soll das dann ein Zirkus schaffen?“ Sie sei für ein Gesetz, das die Haltung von Wildtieren im Zirkus grundsätzlich verbiete.
Nach Angaben der Tierretung München gibt es in Österreich bereits ein Verbot von Wildtieren im Zirkus. In Deutschland hätten schon einige Städte, darunter Wiesbaden und Chemnitz, Zirkusse mit Wildtieren untersagt. Auch die Gala „Stars in der Manege“, die traditionell im Circus Krone aufgezeichnet wird (Ausstrahlung am 26. Dezember), verzichtet heuer erstmals auf exotische Tiere.
Die städtische Veterinärs-Aufsicht ist unterdessen bereits tätig geworden. Als Reaktion auf die Vorwürfe gegen den Circus Krone habe es am 16. Dezember einen Runden Tisch gegeben, berichtet ein Sprecher . Dabei habe man alle Punkte angesprochen, die der Behörde aufgefallen seien. „Wo es Nachbesserungsbedarf gibt, haben wir das im Einvernehmen geregelt.“
So sei vereinbart worden, dass der Zirkus Stall und Auslauf der Pferde verbessert. „Krone“ habe auch zugesagt, die Elefanten künftig nicht mehr so lange angekettet zu lassen. In allen Fragen, so der Sprecher, habe sich der Zirkus äußerst kooperativ gezeigt. Das Traditionshaus selbst war am Dienstag nicht für eine Aussage zu erreichen.
Johannes Patzig/Peter T. Schmidt
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