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Tierquälerei-Vorwürfe: Druck auf den Circus Krone wächst

Tierquälerei-Vorwürfe: Druck auf den Circus Krone wächst

München - Nach den Vorwürfen der Tierquälerei wächst der Druck auf den Circus Krone von politischer Seite. Forderungen nach einem Verbot von Wildtieren in der Manege werden laut.

Flusspferd "Poppäa" aus dem Circus Krone kann "sein natürliches Sozialverhalten nicht ausleben", sagt die Tierexpertin.

© Peta

Flusspferd "Poppäa" aus dem Circus Krone kann "sein natürliches Sozialverhalten nicht ausleben", sagt die Tierexpertin.

Evelyne Menges (CSU): Sie fordert als Stadträtin und Tierschützerin Aufklärung.© fknEvelyne Menges (CSU): Sie fordert als Stadträtin und Tierschützerin Aufklärung.

Der Oberbürgermeister solle dem Stadtrat einen umfassenden Zustandsbericht über den Umgang mit den Tieren im Circus Krone vorlegen, forderte CSU-Stadträtin Evelyne Menges, die auch Vizepräsidentin der „Aktion Tier – Tierrettung München“ ist. Der Zirkus sei bei Alt und Jung sehr beliebt, zugleich aber höchst umstritten bei Tierschutzorganisationen.

Wie berichtet, muss sich der Circus Krone im kommenden Februar vor dem Amtsgericht Darmstadt verantworten – ihm werden Verstöße gegen das Tierschutzgesetz vorgeworfen. Das ARD-Magazin „Report Mainz“ berichtete zudem über fragwürdige Methoden der Tierhaltung auf der Tournee 2008. Unter anderem sei ein Flusspferd bei 6,5 Grad gehalten worden. Elefanten würden mit Fußfesseln fixiert.

Auch Menges hält es für „höchst problematisch“, wenn ein Zirkus ein Flusspferd hält. Selbst der Tierpark Hellabrunn habe zwei dieser Tiere an einen Zoo in Brasilien abgegeben – weil man sich die artgerechte Haltung nicht zutraute. „Wie soll das dann ein Zirkus schaffen?“ Sie sei für ein Gesetz, das die Haltung von Wildtieren im Zirkus grundsätzlich verbiete.

Kritik an Krone kam auch von den Grünen. „Ich halte das für Missstände, die man abstellen muss“, sagte Stadtrat Florian Vogel. Die Mängel bei der Tierhaltung seien zwar vermutlich eher „Nachlässigkeiten, wie sie in so großen Betrieben vorkommen“ und nicht „vorsätzliches Fehlverhalten“. Er erwarte aber vom Circus Krone, dass er seinen Tieren mehr biete als nur Mindeststandards der Haltung. Zudem solle die Stadt erwägen, ein Verbot der Wildtierhaltung auf Münchner Ebene einzuführen. „Ein Zirkus, der Wildtiere hält, dürfte dann hier nicht mehr auftreten.“

Alexander Reissl (SPD): Der Fraktionschef, ist gegen ein Wildtier-Verbot.© fknAlexander Reissl (SPD): Der Fraktionschef, ist gegen ein Wildtier-Verbot.

SPD-Fraktionschef Alexander Reissl wandte sich gegen ein solches Verbot, weil es „diese Art Zirkus dann nicht mehr geben würde“. Auf Münchner Ebene gebe es dafür keine Rechtsgrundlage. Er erwarte aber von einem Betrieb wie Krone, „dass er die Vorschriften einhält“.

Nach Angaben der Tierretung München gibt es in Österreich bereits ein Verbot von Wildtieren im Zirkus. In Deutschland hätten schon einige Städte, darunter Wiesbaden und Chemnitz, Zirkusse mit Wildtieren untersagt. Auch die Gala „Stars in der Manege“, die traditionell im Circus Krone aufgezeichnet wird (Ausstrahlung am 26. Dezember), verzichtet heuer erstmals auf exotische Tiere.

Die städtische Veterinärs-Aufsicht ist unterdessen bereits tätig geworden. Als Reaktion auf die Vorwürfe gegen den Circus Krone habe es am 16. Dezember einen Runden Tisch gegeben, berichtet ein Sprecher . Dabei habe man alle Punkte angesprochen, die der Behörde aufgefallen seien. „Wo es Nachbesserungsbedarf gibt, haben wir das im Einvernehmen geregelt.“

So sei vereinbart worden, dass der Zirkus Stall und Auslauf der Pferde verbessert. „Krone“ habe auch zugesagt, die Elefanten künftig nicht mehr so lange angekettet zu lassen. In allen Fragen, so der Sprecher, habe sich der Zirkus äußerst kooperativ gezeigt. Das Traditionshaus selbst war am Dienstag nicht für eine Aussage zu erreichen.

Johannes Patzig/Peter T. Schmidt

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