München - Süße Vergänglichkeiten gibt es nicht nur im "Café Kubitscheck" an der Waldfriedhofstraße, sondern ab sofort auch in Armin Stegbauers neuer Konditorei im Westend. "Das neue Kubitscheck" hat eröffnet.

© Klaus Haag
„Blütenzauber“ und „Las Vegas“: Die Torten im „Neuen Kubitscheck“ sind ebenso ausgeflippt wie Chef Armin Stegbauer.
Wenn der „bayerische Wilderer“ auf die „schlanke Edeltraut“ trifft, dann flattern „Schmetterlinge im Bauch“. Dem Beginn dieser romantischen Liebesgeschichte würde es gleichen, wenn sich Kunden im „Café Kubitscheck“ gleich drei Torten auf einmal bestellen.
Originelle Namen für ausgefallene Torten - dafür ist Armin Stegbauer mit seinem 50er-Jahre-Café an der Waldfriedhofstraße in Mittersendling bekannt. Jetzt gibt es die süßen Vergänglichkeiten zum Kaffee sowie Frühstück, kleine Speisen, Wein- und Imbissvariationen auch im Westend. Stegbauer hat an der Gollierstraße 14 als Café und Konditorei „Das neue Kubitscheck“ eröffnet. Nicht im Flair der 50er Jahre, sondern stylisch und dennoch gemütlich.
Den „Wilderer“ und die „Edeltraut“ gibt es auch im neuen Café. Als Modell stehen sie neben der „Strumpfband-Torte“ in ausgeleuchteten Schaukästen, die von der Decke hängen - mitten in einem weißen Würfelchaos vor einer lila lackierten Wand. Ein Blickfang in dem eher schlicht gehaltenen Laden, den die Münchner „Designliga“ eingerichtet hat: Weiße Theke, weiße u-förmige Bänke, unterschiedliche Holzstühle, viereckige Tische, einer davon mit einem Schachbrett als Platte. „Und ein Perser-Teppich als Hommage ans multikulturelle Westend“, sagt Stegbauer.
Gleich darunter, in der Auslage steht ein güldener Kegel. „Der ist nach einer Original-Zeichnung von Joseph Beuys entstanden“, erzählt Stegbauer. Konditorin Elisabeth hat die Blattgold-Torte in Kooperation mit Kochbuchautor Hans Gerlach und Vergoldermeisterin Karin Havlicek aus dem Westend entworfen.
Die Kooperation mit anderen - eine Stärke von Armin Stegbauer. Und sein Mut, neue Projekte anzugehen. Als Familie Kubitscheck ihr Café an der Waldfriedhofstraße vor Jahren aufgab, stieg er, der als Stammgast fast täglich von seinem Kücheneinrichtungsgeschäft nebenan mittags ins Café kam, in die Gastronomie ein. Er baute die Backstube aus und zu einem Konferenz- und Kochraum um. Er knüpfte Kontakte zur Kochbranche und eröffnete die „Kochschule Wirtschaftswunder“.
Inzwischen reicht Stegbauers Netzwerk weit: Künstler, Köche, Kreative. „Ein Pool von Leuten, die diagonal denken.“ Dadurch entstehen nicht nur „geile Torten“, wie er sagt, sondern auch Projekte wie seine Inszenierungen „Torten an anderen Orten“. Stegbauer erklärt: „Eine Plattform, die ambitionierte Künstler, Designer, Tätowierer und Stylisten zusammenbringt, um gemeinsam abgefahrene Torten zu gestalten und diese spannend in Szene zu setzen.“
„Wir wollen weg von der normalen Torte“, sagt Stegbauer, „sehen die Torte als süßes Objekt.“ Objekte, die Kunden bestellen können. „Wir sind eine Torten-Manufaktur der anderen Art.“ Im Westend sieht sich Stegbauer für sein Projekt richtig aufgehoben. „Hier ist es urban, aber etwas ruhiger als in der Innenstadt - und das Multikulturelle gefällt mir.“
Bettina Link
Gollierstraße 14, geöffnet Montag bis Freitag 9 bis 22 Uhr, Samstag, Sonntag und Feiertag 10 bis 22 Uhr, Telefon 089/72 66 92 22, www.cafe-kubitscheck.de, www.das-neue-kubitschek.de.
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