München - Wie hoch ist Ihr Einkommen? Und was für ein Handy nutzen Sie? Diese und andere Fragen stellte die GEZ Bini P. aus München. Das Problem: Bini war ein Dackel – und ist seit fünf Jahren tot.

© fkn
Dackelhündin Bini ruht seit fünf Jahren unter der Erde – ihre Daten nicht. Jennifer P. findet die Post der GEZ makaber.
Heute hat die Studentin den Tod des Tieres überwunden, doch der Brief der GEZ sorgte trotzdem für ein mulmiges Gefühl. „Ich finde es einfach makaber, wenn dort gefragt wird, welches Handy mein toter Hund benutzt“, sagt Jennifer verärgert. Ein Anruf bei der GEZ führte zwar zur Löschung des Namens aus dem Speicher, „aber woher die unsere Adresse hatten, konnten sie uns nicht sagen“, erzählt sie.
Andreas Müller von der Gebührenabteilung des Bayerischen Rundfunks (BR) glaubt zu wissen, was passiert ist: „Oft geben die Tierbesitzer den Namen ihres Hundes bei Preisausschreiben an, um die Gewinnchancen zu erhöhen“, sagt er. Auch, wenn bei Interneteinkäufen oder Zeitungsabos der Name des Hundes benutzt werde, gelangten diese Daten unter Umständen in die Dateien von Adresshändlern. Diese werden dann von der GEZ gemietet – völlig legal, wohlgemerkt.
Jennifer P. beteuert jedoch, die Familie habe Binis Namen nur bei der Anmeldung der Hundesteuer angegeben. Sie vermutet nun, dass diese Daten ebenfalls an Adresshändler geliefert werden.
Bei der GEZ gibt es eigentlich ein System, das den Versand von Briefen an Tiere verhindern soll. Plausibilitätsprüfung nennt sich dieser Vorgang. „Wir haben ein Verzeichnis mit schlüssigen Vornamen“, erklärt Rees. „Wenn jemand mit Vornamen Mieze heißt, bekommt er keine Post von uns.“ Im Fall des Dackels Bini sei der Name aber eine schlüssige Abkürzung für den menschlichen Namen Sabine – und deshalb durch das System gerutscht.
„Das kommt immer mal wieder vor“, bestätigt Andreas Müller. So hatte im Februar ein Münchner Golden Retriever ebenfalls Post von der GEZ erhalten. Im Gegensatz zu Bini war dieser aber noch lebendig. „Wir bedauern unseren Fehler sehr“, sagte Müller. Dass in diesem Fall ein totes Tier angeschrieben wurde, mache die Sache tatsächlich etwas makaber.
Familie P. hat mittlerweile eine neuen Rauhaardackel – mit dem Namen Pauline. „Das klingt wieder sehr menschlich“, sagt Jennifer P. Bleibt abzuwarten, ob auch Pauline bald Auskunft über ihr Einkommen geben muss.
Ann-Kathrin Gerke
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