München - So richtig glaubt ja heute keiner mehr an den Brauch des Geldbeutelwaschens. Zumindest nicht, dass er was bringt – gemeint ist Bares ins Portemonnaie.

© Reinhard Kurzendörfer
„Ich hoffe auf einen fetten Fischzug“: Bürgermeister Hep Monatzeder (vorne li.) agierte in diesem Jahr in Abwesenheit von OB Christian Ude als Chefgeldbeutelwascher. Ihm assistierten Stadträtin Gabriele Neff zur Linken und Stadtkämmerer Ernst Wolowicz (mit Mütze) sowie Hacker-Pschorr-Chef Andreas Steinfatt zur Rechten.
Trotzdem versammelt sich Jahr für Jahr am Aschermittwoch die Münchner Kommunalpolitik am Fischbrunnen vor dem Rathaus, um ein bisserl zu plantschen und die Geldbeutel im Wasser zu schwenken. Man weiß ja nie. Zumindest das vergangene Jahr 2011 war ja ein für die Stadt finanziell durchaus einträgliches – mit der höchsten Gewerbesteuereinnahme aller Zeiten. Satte 1,924 Milliarden oder 1924 Millionen Euro steckten die Unternehmen da – natürlich nicht immer gern – in das Säckel der Landeshauptstadt.
Und was ist 2012? Die Damen und Herren aus dem Stadtrat und der Brauerei Hacker-Pschorr, die der Veranstalter der alljährlichen Plantscherei vor dem Rathaus ist, mühten sich zumindest redlich am Fischbrunnen. Trotzdem soll 2012 nicht ganz so rosig werden wie 2011. 1790 Millionen Euro Gewerbesteuer prognostiziert Kämmerer Ernst Wolowicz (SPD) für das laufende Jahr. Weitere 810 Millionen Euro soll der kommunale Anteil der Einkommensteuer einbringen.
„Ob’s was nutzt“, das ließ Stadtkämmerer Wolowicz offen. Zumindest hat ein Unternehmen seine Gewerbesteuer-Vorauszahlung schon mal um 58 Millionen Euro revidiert. Aber das Jahr 2012 ist ja noch lang. Beim Geldbeutelwaschen 2011 jedenfalls ging Wolowicz noch vorsichtig von 1300 bis 1600 Millionen Euro Gewerbesteuer aus. Am Ende stand besagtes Rekordjahr mit Einnahmen von fast zwei Milliarden. Wer weiß, vielleicht wird es ja auch in diesem Jahr mehr als gedacht – wenn die Konjunktur mitspielt.
mk
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