212.03.09|München|München|3
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München - Die neue Tramlinie 23 zwischen Münchner Freiheit und der Parkstadt Schwabing soll ihren Betrieb noch in diesem Jahr aufnehmen. Bis dahin bleibt allerdings noch viel zu tun.

Baustelle, Punkt 1: Die Gleise auf der Schenkendorfbrücke über den Mittleren Ring sollen im Mai verlegt werden. Fotos: Klaus Haag
Rechtzeitig zum Fahrplanwechsel im Winter sollen die ersten Straßenbahnen in den neuen Bus- und Trambahnhof an der Münchner Freiheit einlaufen, wenden und wieder in Richtung Norden auf der 3,1 Kilometer langen Strecke zur Parkstadt Schwabing aufbrechen. „Der 12. Dezember ist im Terminbuch des Oberbürgermeisters eingetragen“, sagte Herbert König, der Geschäftsführer der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), bei einer Baustellenbesichtigung.
Wer dieser Tage mit dem Auto an der Münchner Freiheit vorbeituckert, der mag vielleicht noch nicht so recht daran glauben. Von dem futuristischen Bahnhof, der hier entstehen soll, ist außer den Fundamenten für die 18 Stahlsäulen nichts zu sehen. Am Boden liegen ein paar rostrote Gleise für die Wendeschleife. Mehr steht noch nicht. „Die Münchner Freiheit ist sicher unser Sorgenkind“, gesteht der MVG-Planungschef Gunnar Heipp. „Hier werden wir wohl bis zum letzten Tag arbeiten.“
Aus seiner Sicht ist die Baustelle Münchner Freiheit ein Supergau. Zuerst ließ sich der Beton über dem U-Bahnhof nicht abtragen. Eine Spezialfirma musste den Job erledigen, was Heipp zwei Monate kostete. Dann kamen die Probleme mit dem geplanten Glasfaserdach, das sich aus statischen Gründen nicht realisieren ließ. Nun soll der oberirdische Bahnhof auf Stahlfüßen stehen. Derzeit arbeitet ein Unternehmen aus dem Vorarlberg daran, die zusammenhängene Konstruktion in kleinen Modulen herzustellen, um sie später an Ort und Stelle zusammenzuschweißen – wie bei dem Bau eines Schiffes. Dass die Probleme an der Münchner Freiheit auch ins Geld gehen, steht außer Frage. Trotzdem, sagt König, bleibe der Bau der neuen Tramlinie in dem vorgesehenen Kostenrahmen von 50 Millionen Euro – „weil wir an anderen Stellen entlang der Strecke sparen konnten“.
Auf der Leopoldstraße sind die Tramgleise bis auf zwei Lücken gelegt. Bis Mai sollen sie geschlossen werden. Gearbeitet wird zudem an der Begrünung des Gleisbettes, die Anhebung der Bürgersteige folgt. Insgesamt sind laut Heipp erst 50 bis 60 Prozent der Straßenbauarbeiten erledigt. Erst im Herbst soll sich der Verkehr auf der Leopoldstraße nicht mehr so arg stauen.
Die größte Baustelle entlang der Tram-Strecke gibt es auf dem Gelände nördlich des Metro-Kaufhauses, auf dem das Stadtquartier „Leo 152“ entstehen soll. Hier wird an einer Einfahrt für ein Parkhaus gebuddelt, über die die Straßenbahnen später rauschen sollen. Im nördlichen Bereich der Trasse, die über eine Strecke verläuft, auf der bis in die 70er Jahre Güterzüge in die Stadt humpelten, sind die Arbeiten fortgeschritten. Auf der 84 Meter langen Tragseilbrücke über den Mittleren Ring werden die Gleise erst im Mai verlegt.
Wenn alles fertig ist, bedienen drei Züge die sieben Haltestellen der Linie 23 im Zehn-Minuten-Takt. Acht Minuten brauchen sie für die Fahrt von der Münchner Freiheit bis zur Endhaltestelle. 50 000 Menschen leben in ihrem Einzugsbereich. Wenn die Parkstadt Schwabing und die alte Funkkaserne bis 2015 voll genutzt werden, sollen laut MVG-Schätzungen täglich 18 000 Menschen von der „Tram 23“ profitieren.
tba
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