München - Spendeneinbruch in Hamburg und Berlin - Aber anders als in anderen Großstädten hat die Münchner Tafel auch in der Krise noch genug Spenden für Bedürftige.

Die Finanzkrise macht vielen Firmen schwer zu schaffen, aber das soziale Netz in München hält bisher. Anders als in anderen deutschen Großstädten werden die Tafeln, die Lebensmittel an Bedürftige abgeben, weiterhin gut mit Spenden versorgt.
Die Nachrichten aus Berlin und Hamburg sind alarmierend: Während Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit die Not der Menschen vergrößern, schrumpft das Hilfsangebot. Die Spender halten ihr Geld zusammen, und vielen der bundesweit 800 Tafeln brechen die Einnahmen und Lebensmittelspenden weg.
An der Isar spenden die Menschen indes trotz Rezession weiter. Die Münchner Tafel freut sich nach eigenen Angaben nach wie vor über großzügige Geld-und Lebensmittelspenden. Unternehmen, Firmen und anonyme Spender unterstützen den Verein, der jede Woche mit 100 Tonnen Lebensmitteln 16 000 Menschen versorgt. „Wir sind sehr durchorganisiert“, sagt Vorsitzende Hannelore Kiethe. 360 ehrenamtliche Mitarbeiter helfen beim Einsammeln der Lebensmittel und verteilen sie unter anderem an Obdachlose, Unterversorgte und sozial überforderte Menschen.
Andere, kleinere Tafeln in den Stadtteilen, wie zum Beispiel die Kindertafel Glockenbach, haben die Wirtschaftskrise ebenfalls noch nicht zu spüren bekommen. Für sie ist es aber generell schwieriger, überhaupt an Spenden zu kommen. Anders als die Münchner Tafel, die sich in 15 Jahren einen festen Spenderstamm aufgebaut hat, müssen die teils wesentlich jüngeren Stadtteil-Tafeln sich solche Kontakte erst erarbeiten. Die Kindertafel Glockenbach leidet zusätzlich darunter, dass ein Rechtsstreit um den Begriff „Kindertafel“ die Spender verunsichert. Wie mehrfach berichtet, beansprucht der Bundesverband Deutsche Tafel e.V. den Begriff für sich. Ein Urteil steht noch aus.
Die Münchner Helfer sind guten Mutes, dass die Versorgungslage stabil bleibt. Anzeichen für rückläufige Spenden gebe es bisher nicht. „Ich hoffe nicht, dass uns das Gleiche passiert wie in Hamburg oder Berlin. Aber meine Sponsoren haben mir versichert, dass eine organisierte Einrichtung, wie die Münchner Tafel am wenigsten betroffen ist“, sagt Hannelore Kiethe. „Alles andere müssen wir der Zukunft überlassen“.
Valentina Bernardini
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