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U-Bahn-Ausbau: Die unsichtbare Baustelle

München - Nur noch fünf Monate - dann fährt die U3 zwei neue U-Bahnhöfe an. Vor sechs Jahren hat der Ausbau der U3 in Moosach begonnen. Jetzt geht es an die letzten Feinheiten. Das zeigt ein Blick 15 Meter unter die Erde.

Fast gespenstisch ist die Stille, die einen im neuen U-Bahnhof Moosach empfängt. Eigentlich erwarten Besucher, die exklusiv einen Blick unter die Erde werfen dürfen, hier das übliche Baustellenorchester aus Sägen, Hämmern und Walzen. Doch zu hören ist nichts - und das, obwohl in Spitzenzeiten bis zu 120 Bauarbeiter in den beiden U-Bahnhöfen Moosach und St.-Martins-Platz werkeln. „Im Moment wird vor allem die Elektrik, Steuerungs- und Signaltechnik sowie die Heizung angeschlossen“, erklärt Projektleiter Michael Zauns-eder, der die Baustelle beaufsichtigt. Daher also die Stille. Es werden Kabel verlegt. Das ist auch die Erklärung dafür, dass kaum Bauarbeiter zu sehen sind. Sie arbeiten im Gang unterhalb des Bahnsteigs, dort, wo noch viele Kabel aus der Wand hängen.

Impressionen der U-Bahn-Baustelle Moosach

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Zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember wird die U-Bahnlinie 3 nicht mehr am Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) enden, sondern erst den St.-Martins-Platz und danach den Bahnhof Moosach anfahren. Um fast zwei Kilometer ist die Strecke dann länger. An der Endhaltestelle in Moosach schließt sich an den Bahnhof noch ein Abstell- und Wendebereich für die U-Bahnen an. Sechs Jahre haben die Moosacher dann auf die Verlängerung der U-Bahn gewartet, die insgesamt 180 Millionen Euro gekostet hat.

Das meiste ist fünf Monate vor der Eröffnung schon fertig. Der helle Fußboden aus Granitstein liegt unter einer schützenden Abdeckung aus Holzplatten verborgen. Auch die Wände im Zwischengeschoss sind mit dem gleichen Material verkleidet. Die Vorrichtungen für die Fahrkarten-Automaten und die Fahrgastinformationen sind ebenfalls vorhanden, ebenso wie der Raum für einen Kiosk. „Der kommt aber erst ganz zum Schluss“, sagt Projektleiter Zaunseder.

Auf dem Bahnsteig sind die Gestelle für Wartebänke aufgestellt, nur die Sitzmöbel selbst fehlen noch. Die Konstruktion für die Wandverkleidung im Bahnsteig ist ebenfalls angebracht. Ein paar vereinzelte glänzende, weiße Paneele zieren die Wände, auf einem lässt sich ein grünes Blatt erahnen. Riesige Blumen sollen künftig die Wände zieren. Auch das Gleisbett ist komplett fertig.

Nur etwa 600 Meter sind es bis zum Bahnhof St.-Martins-Platz, den man theoretisch mit bloßem Auge sehen müsste. Doch die Tunnelröhre biegt sich um einige Kurven, geht mal hoch, mal tiefer. „Wir sind der Straßenführung gefolgt“, erklärt Zaunseder die vielen Kurven. „Damit wir nicht unter den Wohnhäusern durchgraben müssen.“ Das sei sicherer. Als im vergangenen Jahr in Köln das Stadtarchiv infolge von U-Bahn-Bauarbeiten eingestürzt war, fühlte sich Zauns-eder mit der Planung des Tunnels in Moosach entlang der Straßenführung bestätigt.

Die Grabung des U-Bahntunnels, die von Mai 2007 bis Juni 2008 dauerte, war für den Ingenieur Zaunseder der Höhepunkt der Bauarbeiten. „Es war einfach toll zu sehen, wie genau die Bohrmaschine angekommen ist“, schwärmt er noch immer. „Wie super die Vermesstechnik funktioniert hat.“

Heute - kurz vor der Fertigstellung des vorerst letzten U-Bahnausbaus in München - kann sich der Projektleiter vor allem für die Innengestaltung des neuen U-Bahnhofs in Moosach begeistern. „Mir gefallen die ellipsenförmigen Stützpfeiler“, sagt er und schiebt dann die vor Baustaub schützende Folie am Pfeiler zur Seite. „Schauen Sie, wie passgenau die Fugen sitzen.“ Die Granitsteinplatten, die sich um den Pfeiler biegen, wurden extra angefertigt. Das Herz des Bauingenieurs schlägt höher, wenn er die äußerst akkurate Arbeit betrachtet.

Bis Ende September der Probebetrieb starten kann, ist noch einiges zu tun: Die Decken müssen abgehängt, die Rauchmelder und Sprinkleranlage müssen installiert und zum Schluss die Lampen angebracht werden. Wahrscheinlich bis Mitte Oktober dauern die letzten Bauarbeiten noch, dann folgen die einzelnen TÜV-Abnahmen.

Kurz vor der Inbetriebnahme der verlängerten U3 sollen am 11. Dezember die beiden Bahnhöfe mit einem Bürgerfest offiziell eröffnet werden. Erste ungebetene Besucher haben die Röhre aber bereits besichtigt: Vor ein paar Wochen sind ein paar Sprayer in den U-Bahnhof eingebrochen und haben die Wände mit bunten Schriftzügen besprüht. „Das wird aber noch vor der Eröffnung wieder überstrichen“, verspricht Zaunseder.

Von Kerstin Lottritz

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