115.08.10|München|München|21
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München - Es ist eine grausame Tierquälerei: Unbekannte schießen mit Luftgewehren auf Katzen. In den letzten Tagen gab es in ganz München gleich drei Fälle. Besonders schlimm hat es Kater Vitali erwischt.

Ursula Schilling musste das Auge von Kater Vitali zunähen lassen, nachdem es von einer Kugel getroffen wurde. RK
Bewusstlos liegt Kater Vitali am Samstag vor der Terrassentür von Familie Schilling. Der achtjährige Kater mit dem sandfarbenen Fell ist von 12 bis 15 Uhr durch Harlaching gestreift. Als die Familie ihn vor der Tür findet, ist sein linkes Auge blutgefüllt. Mit letzter Kraft hat er sich offenbar noch nach Hause geschleppt. Sofort kommt Vitali in die Tierklinik. Dort stellen die Ärzte die unglaubliche Ursache fest: Jemand hat Vitali mit einem Luftgewehr ins Auge geschossen. Das Projektil ist in den Schädel eingedrungen, steckt dort noch immer.
Die Tierärzte müssen Vitalis Auge entfernen und nähen es zu. Ob sie das Leben des Katers retten konnten, ist noch ungewiss. Die Kugel lässt sich nicht entfernen, muss im Kopf stecken bleiben. Bei der Untersuchung stellen die Tierärzte außerdem fest, dass vor etwa einem Jahr schon einmal auf Vitali geschossen wurde. Ein weiteres Projektil steckt im Körper des Katers.
Familie Schilling hat Anzeige bei der Polizei erstattet. Und sie warnt alle ihre Nachbarn in einem Brief vor dem Tierquäler, der offenbar rund um die Straße Am Staudengarten, wo die Familie wohnt, sein Unwesen treibt. Im Brief an die Nachbarn heißt es: „ Wir bitten Sie daher inständig um Ihre Unterstützung bei der Suche nach diesem Tierquäler.“
Vitali ist nur eine von drei Katzen, die in den vergangenen Tagen beschossen wurden. Schon Anfang der vergangenen Woche bemerkte Peter Preiss, dass Petros - Haus- und Hofkater des Tierschutzvereins Unterschleißheim - plötzlich sein linkes Vorderbein nicht mehr richtig aufsetzten wollte. Der Tierarzt stellte fest: Der Kater muss aus nächster Nähe beschossen worden sein. Eine Kugel aus einer Luftdruckwaffe war bis auf den Knochen durchgeschlagen. „Er muss direkt vor unserer Auffangstation beschossen worden sein. Das ist kein dummer Streich, das ist sadistische Tierquälerei. Katzen sterben qualvoll, wenn sie es nicht mehr rechtzeitig heim schaffen“, sagte Preiss der tz.
Auch Kater Jack wurde Opfer eines Schützen. Zum zweiten Mal innerhalb von knapp vier Monaten ist der Kater in Neuried mit einem Luftgewehr angeschossen worden. Beide Projektile trafen seinen Brustkorb. Eines sitzt so tief, dass Jack eine größere Operation überstehen müsste. Beim ersten Mal dachte Frauchen Petra F., Jack wäre gebissen worden. Am 31. Juli kam Jack wieder blutend heim. Der Arzt machte ein Röntgenbild. „Da sahen wir, dass in Jacks Brustraum zwei Projektile steckten“, sagte F. der tz. Ein Projektil konnte der Arzt entfernen. Das alte Kügelchen jedoch sitzt tief im Brustkorb: „Damit muss Jack jetzt leben. Sollte es aber zu wandern beginnen, muss er sofort operiert werden.“ Auch Petra F. hat Anzeige erstattet.
D. Plange & P. Vetter
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