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Ungeahnte Massen beim Kufen-Spektakel

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Artikel: Ungeahnte Massen beim Kufen-Spektakel

München - 50 000 Besucher wollten am Samstagabend zum ersten „Red Bull Crashed Ice“-Rennen im Olympiapark. An den Eingängen und in den U-Bahnen herrschte Chaos.

Spektakuläre Abfahrt: 64 Eisläufer aus 20 Ländern traten zu dem ersten „Ice Cross Downhill“-WM-Lauf an. foto: Kurzendörfer

Spektakuläre Abfahrt: 64 Eisläufer aus 20 Ländern traten zu dem ersten „Ice Cross Downhill“-WM-Lauf an. foto: Kurzendörfer

Auf Schlittschuhen einen Eiskanal herunter – das „Red Bull Crashed Ice“ versprach spektakuläre Unterhaltung im Olympiapark. Die Veranstaltung wurde massiv beworben, der Eintritt war frei. Doch damit hatte niemand gerechnet: 50 000 Leute strömten am Samstagabend zum Coubertinplatz im Olympiapark. Viel zu viele.

Eine Dreiviertelstunde nach Einlassbeginn musste das Veranstaltungsgelände um 17.45 Uhr geschlossen werden. 35 000 Zuschauer waren bis dahin gekommen. Die Polizei hatte größte Mühe, die Draußengebliebenen zur Heimkehr zu bewegen. „Die Eingänge zu der Red-Bull-Veranstaltung sind geschlossen“, schallte es aus ihren Lautsprechern. „Sie kommen nicht mehr rein. Bitte fahren Sie wieder nach Hause. Das ist kein Spaß.“

Doch kaum einer drehte um. Alle wollten die 64 wagemutigen Kufenspezialisten aus 20 Ländern sehen, die sich in Vierergruppen von einer 15 Meter hohen Abschussrampe in den knapp 400 Meter langen Eiskanal stürzten.

Viele kamen nicht einmal in die Nähe des ersten „Ice Cross Downhill“-WM-Laufs. Wer nach 17.30 Uhr kam, schaffte es teilweise nicht mal aus der U-Bahn. Der Bahnsteig an der Station Olympiazentrum war hoffnungslos überfüllt. Auf Bitten der Polizei schaltete die MVG an den Bahnhöfen Durchsagen, nicht mehr zum Eisrennen zu fahren. Doch es kamen immer mehr. „Gegen 18 Uhr trafen dann die anreisenden Leute mit denjenigen zusammen, die schon wieder heim wollten“, sagte MVG-Sprecherin Bettina Heß am Sonntag. Zwar hatte die MVG sechs Sonderzüge eingerichtet, diese warten aber eigentlich nicht zum Abtransport bestimmt. „Das punktuell so viele Leute abtransportiert werden müssen, damit konnte keiner rechnen“, so Heß. Zeitweise musste der Bahnsteig gesperrt werden, zwischenzeitlich sprangen sogar vier Mitarbeiter aus der Leitstelle ein, die auch ausgebildete U-Bahn-Fahrer sind.

Oben versuchten es die Leute derweil auf allen Wegen: Sie klettern auf Betonblöcke oder liefen über den zurzeit wasserlosen Olympiasee. Die Polizei musste auch hier den Ordnungsdienst unterstützen. Auch über den Rettungsweg der Feuerwehr versuchten Leute hineinzugelangen. Im Eingangsbereich der Olympiaschwimmhalle hatte sich eine so große Menschenmenge gesammelt, dass die Badegäste nicht mehr ins Freie gelangten.

Schließlich hatten sich viele Leute aber damit abgefunden, dass sie es nicht nach drinnen schaffen würden. Manche verfolgten das Eis-Spektakel vom See aus auf der Leinwand. Hunderte zogen auf den Olympiaberg.

Gerne würde man das Eisrennen gleich dort veranstalten, sagte Park-Sprecher Arno Hartung gestern. Heuer habe die Stadt abgelehnt, man hoffe aber dass es – auch in Hinblick auf die bevorstehende Olympia-Bewerbung – im nächsten Jahr klappt.

Schlimmeres ist bei dem Massenansturm nicht passiert. Insgesamt, resümiert die Polizei, sei die Veranstaltung überwiegend störungsfrei abgelaufen. Und das Schönste: Gewonnen hat am Ende ein Bayer. Der 19-jährige Martin Niefnecker aus Garmisch. Am 20. März hat er nun in Quebec (Kanada) die Möglichkeit, seinen ersten Weltmeisterstitel im „Ice Cross Downhill“ zu holen.

tba/dmy

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