München - Angesichts der festgefahrenen Tarifverhandlungen im Nahverkehr kommt es in den nächsten Wochen zu Warnstreiks. Mitte Juli werden in München die Räder bei U-Bahn, Bus und Tram stillstehen.

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Bekanntes Bild: Wie schon im Februar 2009 werden die Fahrgäste der Münchner U-Bahn bald wieder vor verschlossenen Stationen stehen. Schlaf/Archiv
Am heutigen Donnerstag endet die Friedenspflicht - und die Fahrer von U-Bahn, Tram und Bussen in München wollen den Arbeitgebern ein deutliches Warnsignal senden: „Wir werden den Berufsverkehr lahmlegen“, sagte Willi Russ von der dbb Tarifunion gestern Abend unserer Zeitung. Zuvor war die zweite Verhandlungsrunde ergebnislos zu Ende gegangen.
Die Gewerkschaften Verdi und dbb Tarifunion hatten bereits Ende Mai ihre Forderung nach einer Lohnerhöhung von fünf Prozent vorgelegt. Darüber hinaus verlangen sie deutliche Verbesserungen bei der Arbeitszeit: Zwar sollen die 6500 Beschäftigten im bayerischen Nahverkehr weiterhin 38,5 Stunden pro Woche arbeiten, doch anders als bisher sollen Vorbereitungs- und Abschlusszeiten in die Arbeitszeit eingerechnet werden. Zusätzlich verlangen die Gewerkschaften, auch Ruhepausen als Arbeitszeit anzuerkennen - denn bislang haben die Fahrer oft Pausen, die zu kurz sind, um nach Hause zu fahren. Viele Fahrer müssten die Zeit totschlagen, bis sie wieder an den Arbeitsplatz zurückkehren können, rügen die Gewerkschaften.
Nun verschärft sich der Ton: „Wir dachten eigentlich, die Arbeitgeber würden sich noch daran erinnern, wozu wir in der Lage sind“, sagte Russ. Erst im Februar 2009 hatten die Beschäftigten an mehreren Tagen den Nahverkehr in München lahmgelegt. Für die neuen Streiks gibt es noch keinen konkreten Termin. Die nächste Verhandlungsrunde ist erst für den 26. Juli terminiert, voraussichtlich in den Tagen davor dürften die Gewerkschaften ihr Zeichen setzen. Der Terminplan drängt: Am 2. August beginnen in Bayern die Sommerferien. In dieser Zeit würden Streiks ziemlich wirkungslos verpuffen.
Nicht betroffen sind von diesen Auseinandersetzungen die S-Bahnen. Deren Fahrer fallen unter den großen Tarifvertrag im öffentlichen Dienst.
Von Mike Schier
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