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Zu wenig Platz an den Gymnasien

München - Bei der Einschreibung an den Gymnasien im Mai droht Frust: Wie im Vorjahr wird so mancher an den städtischen Schulen keinen Platz finden.

Platznot: Im Gymnasium Fürstenried musste Direktor Wilhelm Eisele heuer eine Klasse sogar in die Aula auslagern. foto: haag

Platznot: Im Gymnasium Fürstenried musste Direktor Wilhelm Eisele heuer eine Klasse sogar in die Aula auslagern. foto: haag

In einem Brandbrief fordert Kultusminister Spaenle (CSU) OB Christian Ude (SPD) auf, die städtischen Gymnasien für zusätzliche Klassen zu öffnen, dafür wolle er auch staatliche Lehrer bereitstellen. Schon im vergangenen Jahr waren 345 angehende Fünftklässler von der Stadt an staatliche Gymnasien verwiesen worden.

„Wir gehen von etwa der gleichen Dimension wieder aus“, erklärt der Ministerialbeauftragte für Oberbayern-Ost, Bernd Zinner. Vielleicht sogar mehr, weil beim Übertritt ans Gymnasium diesmal neben den Noten auch der Elternwille eine größere Rolle spiele. Doch die Kapazitäten seien im Vergleich zum Vorjahr nicht größer geworden. Geplante Erweiterungen oder Neubauten wie in Trudering würden noch nicht greifen.

Vor diesem Hintergrund drohe eine Wiederholung der Ereignisse des Vorjahres, befürchtet Spaenle. „Städtische Gymnasien weisen Schüler ab, auch wenn sie noch freie Raumkapazitäten haben. Staatliche Gymnasien müssen diese Schüler dann zusätzlich aufnehmen, auch wenn ihre räumlichen Kapazitäten bereits ausgeschöpft sind.“

Denn die Stadt hat seit 2003 die Zahl der Eingangsklassen an ihren 14 Gymnasien auf insgesamt 50 beschränkt. Hintergrund ist ein langjähriger Streit zwischen Stadt und Freistaat über die Finanzierung der Lehrer an städtischen Gymnasien. Der Freistaat, der laut Gesetz für die Beschulung zuständig ist, zahlt für städtische Lehrer nämlich einen weit geringeren Zuschuss als er für sein staatliches Personal ausgeben muss.

„Zahlt unsere Lehrer, dann sorgen wir für genügend Räume“, lautet nach wie vor die städtische Position. Mit diesem Prinzip hatte die Stadt schon im Vorjahr angeboten, zusätzliche Eingangsklassen an ihren Gymnasien zu bilden. Volle Bezahlung, und zwar auch für die folgenden acht Schuljahre. Auf dieser Basis bestehe weiterhin Gesprächsbereitschaft, so Stadtschulrätin Elisabeth Weiß-Söllner. 2009 lehnte der Freistaat ab. Man bringe schon alle Schüler an staatlichen Schulen unter.

Spaenle bietet nun zwar erneut staatliche Lehrkräfte an, bleibt aber beim Nein zur Kostenerstattung. Wie bisher würde die Stadt hier auf 60 Prozent sitzenbleiben. Ude möge das Angebot trotzdem unvoreingenommen prüfen, schreibt Spaenle. Schließlich kämen auch so Kosten auf die Stadt zu. Als Sachaufwandsträger sei sie verpflichtet, die erforderlichen Räume, beispielsweise in Containern, bei den staatlichen Gymnasien zur Verfügung zu stellen. Auch eine Auslagerung staatlicher Klassen in städtische Gymnasien kann sich Spaenle vorstellen, etwa eine Vorläuferklasse für das geplante staatliche Gymnasium Trudering am städtischen Heinrich-Heine-Gymnasium (HHG) in Neuperlach-Süd. Organisatorisch soll die Klasse als Außenstelle des staatlichen Michaeli-Gymnasiums in Berg am Laim gelten, von dort würden dann Lehrer zu der Vorlaufklasse pendeln. Laut Wilhelm Nutzinger vom Schulreferat der Stadt bräuchte man dafür am HHG aber Containerklassenzimmer. „Im vorhandenen Schulhaus schließe ich es deutlich aus.“

Mit der Entlassung des Doppelabitur-Jahrgangs 2011 erwartet das Kultusministerium eine gewisse Entspannung bei den Raumproblemen in den Gymnasien. Spaenle geht es daher vorwiegend um Lösungen für das kommende Schuljahr. In München werde es allerdings immer eng bleiben, so Zinner. „Die Gymnasien an der Panzerwiese und im Münchner Norden müssen deshalb unbedingt kommen.“

Carmen Ick-Dietl

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