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Schon wieder teurer: Was die Wiesn-Mass heuer kostet

München - Längst ist es Tradition: Mitte Mai wird die Inflation für einen Moment greifbar. Dann verkündet die Stadt, wie viel das Bier auf der Wiesn kosten wird. Überraschen wird die offizielle Bekanntgabe heute niemanden - es wird auch heuer teurer.

Über nichts wird im Zusammenhang mit dem Oktoberfest so leidenschaftlich diskutiert wie über den Bierpreis. Sogar wissenschaftliche Studien werden dazu verfasst. So stellte die Bank Unicredit beispielsweise vergangenes Jahr fest, dass die Preise auf der Wiesn doppelt so schnell steigen wie im Bundesdurchschnitt. Seit 1985 sei das Oktoberfestbier um 168 Prozent teurer geworden.

Wiesn 2010: Die Bierpreise aus den großen Zelten

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Da fällt die diesjährige Erhöhung geradezu bescheiden aus. Um durchschnittlich knapp 2,5 Prozent wird der Bierpreis nach Informationen dieser Zeitung heuer steigen. Für eine Mass wird man in den Festzelten zwischen 8,30 Euro und 8,90 Euro zahlen müssen. Die Neun-Euro-Grenze heben sich die Wirte also wohl für das Jahr nach der Jubiläumswiesn auf. 2009 kostete der Liter Wiesnbier noch zwischen 8,10 Euro und 8,60 Euro. Der Durchschnittspreis pro Mass steigt von 8,44 Euro auf 8,65 Euro.

Am teuersten ist die Mass heuer bei der Fischer-Vroni. Nur hier kostet das Bier 8,90 Euro. Am günstigsten kommt man bei „Burtschers Bratwursthütt’n“ davon, wo die Mass nur 8,30 Euro kostet.

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Wirte-Sprecher Toni Roiderer (Hackerzelt) begründet den höheren Bierpreis mit steigenden Löhnen der Arbeiter, die die Zelte aufbauen. Auch die Sicherheitsvorkehrungen würden immer teurer. Deshalb habe er für 2010 einen Preis von 8,80 Euro in seinem Zelt festgelegt. „Es hätte durchaus auch noch ein Zehnerl teurer werden können“, so Roiderer. Weil er und die anderen Wirte aber heuer wegen des Jubiläums einen Tag länger Bier ausschenken dürfen, sei die Erhöhung moderater ausgefallen.

Erstmals mussten die Wiesn-Wirte heuer auch ihre Reservierungskonditionen dem Stadtrat offenlegen. Bereits in den vergangenen Monaten hatten Preise von bis zu 90 Euro pro Person für eine Luxusreservierung im Hippodrom für Wirbel gesorgt. Die Bedingungen der einzelnen Zelte sind sehr verschieden. Die Bandbreite reicht vom einfachen Verzehrgutschein, den man sowohl für Bier, als auch für Speisen einlösen kann, bis zum genau definierten „Biergartenschmankerlbrettl“ und einem Hauptgang. Dementsprechend schwer fällt ein Vergleich.

Auch die Zeitspanne, für die eine Reservierung gilt, ist stets unterschiedlich. Rechnet man den Mindestverzehr auf die gebuchte Zeit um, bekommt man immerhin einen vagen Vergleichswert, was ein Platz pro Stunde kostet. Am günstigsten kommt man dann wohl am Wochenende im Schottenhamel davon. Hier zahlt man laut der Tabelle für den Stadtrat 27,10 Euro für zwei Mass Bier und ein halbes Hendl und kann dafür von 12 bis 22.30 Uhr in der Halle sitzen. Das macht 2,58 Euro pro Stunde. Zu den teuersten zählen die Plätze im Weinzelt, wo man werktags am Abend 17,78 Euro pro Stunde konsumieren muss.

Philipp Vetter

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