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Wiesn: Rauchen auf eigene Gefahr

München - Das war wohl nichts mit der Raucher-Wiesn: Die Wirte schicken ihre qualmenden Besucher vor die Tür, eine Garantie auf Wieder-Einlass gibt es nicht. Sepp Krätz baut sogar einen Balkon.

Auf den Glimmstengel müssen Wiesngänger heuer verzichten – zumindest im Zelt. Foto: dpa

Die Wiesnwirte wollen das Rauchverbot, das am 1. August in Kraft tritt, auf dem Oktoberfest umsetzen - obwohl Regelverstöße heuer noch nicht geahndet werden: „Wer sich darüber beschwert, hätte am 4. Juli zum Volksentscheid gehen sollen“, sagt Hacker-Wirt Toni Roiderer, der schon vor dem Volksentscheid versucht hatte, Raucher für den Urnengang zu mobilisieren. Zusätzliches Sicherheitspersonal wolle er nicht einstellen, er habe 240 Bedienungen, „die dann drohen, keinen Alkohol auszuschenken, wenn sich einer nicht an das Verbot hält. Das ist mit Sicherheit eine wirksame Maßnahme“.

Wer auf die Zigarette nicht verzichten kann und das Zelt verlässt, muss damit rechnen, nach dem Genuss des Glimmstengels nicht mehr reinzukommen: „Wenn das Zelt wegen Überfüllung geschlossen ist, dann ist es auch für Raucher wegen Überfüllung geschlossen.“ Tumulte befürchtet Roiderer nicht: „Ich vertraue auf die Vernunft der Gäste. In der Gastronomie haben wir ja auch keine Probleme mit dem Rauchverbot.“ Ein Umbau seines Zelts kommt für ihn nicht in Frage - zumindest heuer nicht: „Wir wissen ja erst seit Juli, dass nicht geraucht werden darf. Da war es für die Genehmigung eines Umbaus schon zu spät.“ Außerdem müsse er für die Einrichtung eines Raucherbereichs im Freien, der vom Zelt aus zugänglich ist, Sitzplätze im Biergarten räumen, wo es ohnehin nur rund 350 Plätze gebe.

Löwenbräu-Wirt Wiggerl Hagn sieht das genauso: „Das Rauchverbot ist nunmal Gesetz, und wir wurden vom Kreisverwaltungsreferat und der Regierung angehalten, dieses umzusetzen.“ Dass es Pöbeleien zwischen Ordnern und Rauchern geben könnte, wenn diese nicht wieder ins Zelt kommen, nachdem sie ihrer Sucht nachgegangen sind, befürchtet er nicht: „Wegen Überfüllung schließen wir eh nur am Samstag und vielleicht am Freitagabend.“ Zudem glaubt Hagn, ein Raucher könne auch einige Stunden ohne Zigarette auskommen: „Bei einem Langstreckenflug kann man auch nicht rauchen.“

Ricky Steinberg vom Hofbräuzelt sieht der rauchfreien Wiesn ebenso entspannt entgegen: „Wir haben heuer die Chance, auszuprobieren, wie man das Rauchverbot umsetzt. Wir haben damit noch keine Erfahrung.“ Zudem kämen jene, die ein Reservierungsbändchen haben, auch bei Überfüllung wieder ins Zelt. Und wie geht er mit Gästen um, die nicht reserviert haben und zum Rauchen rausgehen? „Das weiß ich noch nicht.“ Vorsichtshalber das Sicherheitspersonal aufzustocken, kommt für ihn nicht in Frage: „Die Sicherheit hat genug zu tun, die will ich von den Rauchern fernhalten.“ Die Bedienungen würden qualmende Gäste auf das Verbot hinweisen.

In Sepp Krätz’ Hippodrom ist alles anders: „Ich wollte schon seit langer Zeit einen Balkon“, sagt der Promi-Wirt, der heuer an der Westseite seines Zelts mit einem fünf Meter breiten und 25 Meter langen, nicht überdachten Balkon aufwartet. Jeder, der ins Zelt komme, komme von dort auch auf den Balkon, sagt Krätz. Dieser habe keine Sitzplätze, nur große Aschenbecher.

Bettina Stuhlweissenburg

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