Haushohe Schutzdämme sollen Andechs vor Flut schützen

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    • 27.06.12
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Haushohe Schutzdämme

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Andechs - Haushohe Dämme zum Schutz vor Hochwasser? Davor schreckten die Andechser zunächst zurück. Jahrelang wurden Alternativen geprüft. Jetzt werden die Dämme am Kienbach doch gebaut.

Doppelter Rückhalt: Der Damm (schwarz) östlich vom Tannhof soll acht Meter, der am Pfänderanwesen vier Meter hoch werden. Grafik: MM/Karte: OPENSTREETMAPS Cc-BY-SA

Doppelter Rückhalt: Der Damm (schwarz) östlich vom Tannhof soll acht Meter, der am Pfänderanwesen vier Meter hoch werden. Grafik: MM/Karte: OPENSTREETMAPS Cc-BY-SA

Die so genannte Variante II des Hochwasserschutzkonzepts für Andechs soll es sein. Am Dienstag wählte der Andechser Gemeinderat aus drei Varianten die aus, die südlich des Tannhofs in Erling einen 8,20 Meter hohen Damm vorsieht, der im Ernstfall 78 000 Kubikmeter Wasser aufstauen kann. Ein weiterer Damm, nordöstlich in der Nähe der landwirtschaftlichen Nebengebäude der Familie Pfänder, soll 4,05 Meter hoch errichtet werden. Fassungsvermögen dieses Beckens: 30 000 Kubikmeter. Ein innerörtlicher Ausbau des Kienbachs ist bei dieser Lösung nicht notwendig.

Viele Jahre der Diskussion zu diesem Thema sind mit diesem Beschluss erst einmal vom Tisch. Durch die beiden Dämme kann laut Frank Steinbacher vom beauftragten Ingenieurbüro der Abfluss des Kienbachs im Hochwasserfall auf 6,23 Kubikmeter pro Sekunde gedrosselt werden. Fassen kann der kleine Bach, der sich durch Erling schlängelt, maximal 6,8 Kubikmeter. Ein so genanntes 100-jährliches Ereignis wäre damit gebannt.

Für eine kleinere Variante, die vor allem den Damm am Tannhof in geringerer Höhe vorsieht, dafür aber innerorts den Bachlauf etwas verändert hätte, konnten sich im Gegensatz zur Variante II (sieben Stimmen) nur sechs Gemeinderäte erwärmen. Für die dreiteilige Variante, die ein drittes Becken mit Damm weiter südlich vorsieht, sprachen sich nur Walther Galli (Grüne) und Hedwig Aumann (SPD) aus.

Da alle Varianten für ein 100-jährliches Hochwasserereignis ausgelegt sind, kann die Gemeinde mit einer staatliche Förderung von 65 Prozent rechnen, so Steinbacher. Für die beschlossene Ausführung schätzt er die Kosten auf 1,4 Millionen Euro. Auf die Gemeinde entfielen 491 750 Euro.

Nicht inbegriffen sind darin Grundstückskäufe. Damit die Dämme überhaupt gebaut werden können, muss die Bürgermeisterin nun mit den von den Planungen betroffenen Grundstückseigentümern in Verhandlungen treten und die Flächen kaufen. Ein Punkt, den vor allem Georg Scheitz und Sebastian Roth (beide CSU) für äußerst schwierig halten. Sie hätten deshalb die kleinere Variante bevorzugt. Dort wären nicht ganz so viele Grundstücksverhandlungen notwendig gewesen. Der Großteil der anderen Gemeinderatsmitglieder befürchtete jedoch, dass der Ausbau des Kienbachs innerorts nicht absehbare Probleme bereiten und in der Folge für eine Kostenexplosion sorgen könnte.

Mit dieser Entscheidung soll der Hochwasserschutz nun vorangetrieben werden. Bürgermeisterin Anna Neppel muss nun in Grundstücksverhandlungen treten, dann stehen Baugrunduntersuchungen sowie die Einleitung eines Planfeststellungsverfahrens an.

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Kommentare

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Institoris28.06.2012, 23:13
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Wer hat denn Nutzen von dieser Maßnahme?

1.Grundstückseigentümer, die ihre Gründe jetzt baureif machen wollen und einen Differentialgewinn kassieren, den die Gemeinschaft kostenmäßig trägt.
2. Bauherrn, die wissentlich an den Bach gebaut haben und ihre Bauwerke nicht entsprechend angepasst haben.

Hier zahlt die Gemeinschaft für einige wenige.

Diese Gemeinde ist bekannt finanziell extrem klamm. Umso verwunderlicher ist jetzt, dass ein solches Haushaltsloch verursachendes Großprokjekt angegangen werden soll, dessen Nutzen vielleicht einmal in 100 Jahren für einige wenige Profiteure zum tragen kommt.

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