Wette gewonnen: Mit Schärpe und Pappkrone läutete Rathauschef Rupert Monn – zwischen Geschäftsleiter Alexander Reil (r.) und Kämmerer Benni Bursic – die jüngste Ratssitzung ein. Foto: fkn

Bergs gekrönter Rathauschef

Berg - Der Kini ist nicht zurück. Es ging um eine Wette, als Bergs Bürgermeister Rupert Monn mit Schärpe um der Schulter und Krone auf dem Haupt die Gemeinderatssitzung eröffnete.

Bürgermeister Rupert Monn geht nicht, er schreitet in den Sitzungssaal, huldvoll die Normalsterblichen grüßend. Geschäftsleiter Alexander Reil buckelt ein wenig, murmelt etwas von „Euer Durchlaucht“ und ruft den ersten Punkt auf: „Bericht des Bürgermeisters.“

Der nimmt Platz und hebt in den gemessenen Worten eines Monarchen an zu sprechen: „Damit habe ich meine Wette eingelöst, darf meine Krone ablegen und zur Tagesordnung zurückkehren.“ Entspannte Heiterkeit in den republikanischen Reihen am Ratstisch - König Ludwig II. ist doch nicht wiedergekehrt, das Feudal-Zeitalter währte nur kurz.

Bergs Vize-Bürgermeister Karl Brunnhuber (SPD) wusste schon vorher, was kommen würde, denn er hatte zusammen mit Wulf Piller vom Partnerschaftsverein Phalsbourg jene Wette verloren, die Monn so überzeugend eingelöst hatte: Als Phalbourgs Bürgermeister seinem Berger Amtskollegen am vergangenen Wochenende als originelles Gastgeschenk die goldene Amtsschärpe überreicht hatte und dazu noch die unterwegs zufällig an Bord genommene „Burger King“-Krone, muss Brunnhuber zu Monn gesagt haben, dieser werde es sich nicht trauen, die Insignien der Macht auch bei der nächsten Gemeinderatssitzung anzulegen - und prompt galt die Wette, der sich auch noch Wulf Piller anschloss.

Als die beiden Wettverlierer mit einem Kasten Augustiner (Brunnhuber) und mehreren Blechen Kanapées (Piller) am Dienstagabend ihre Wettschuld im Rathaus einlösten, ließ Teilzeit-Monarch Rupert I. (nochmals die Krone auf dem Kopf) sogleich wissen: „Ich werde nicht in den See gehen!“ Berg kann aufatmen. Aus dem Elsass ist derweil zu vernehmen, dass man die blau-weiß-rote Schärpe womöglich noch mal ausleihen müsse, falls die andere, „dienstgebräuchliche“, in Phalsbourg abhanden kommen sollte.

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