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    • 24.01.13
    • Lkr. Starnberg
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Die Spitze bleibt männlich

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Landkreis Starnberg - Im Fünfseenland regieren die Männer. Der Landkreis hat 14 Gemeinden, in nur drei sitzen Frauen auf den Bürgermeisterstühlen. In Verbänden und Vorständen ist das „starke Geschlecht“ oft unter sich.

Ein weibliches Beinpaar unter vielen Männerbeinen – das ist die Wirklichkeit im Landkreis Starnberg. Foto: svj

Ein weibliches Beinpaar unter vielen Männerbeinen – das ist die Wirklichkeit im Landkreis Starnberg. Foto: svj

Im Vorstand der Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg sitzen ausschließlich Männer. Und das, obwohl sich jedes Jahr mehr junge Frauen zu Bankkaufleuten ausbilden lassen als junge Männer. Tourismusverband, gfw, AWISTA, Stadtmarketing - in vielen weiteren Organisationen haben in den Spitzenpositionen die Männer das Sagen.

Susanne Mörtl findet das gar nicht gut. Weßlings 3. Bürgermeisterin setzt sich für mehr Frauen in den Führungsetagen ein. „Ich bin mir sicher, es würde mehr vorangehen, wenn es mehr Frauen an den Ratstischen gäbe. Männer schauen zu wenig über den Tellerrand hinaus und sehen zu selten das große Ganze“, sagt sie. In der Tat hat sie in dieser Sache in Weßling arg zu kämpfen, denn dort bilden 17 Herren und nur drei Damen das entscheidende Gremium. Das macht eine Frauenquote von 15 Prozent - Schlusslicht im Landkreis, zusammen mit der Gemeinde Berg, in der das Verhältnis Männer-Frauen ebenfalls 17:3 beträgt.

Im Würmtal haben sich die Frauen schon durchgesetzt. Mit Brigitte Servatius (Gauting) und Christine Borst (Krailling) regieren zwei Bürgermeisterinnen. In den Räten der beiden Würmtal-Kommunen begegnen sich Damen und Herren quantitativ auf Augenhöhe. „Ich bin froh, dass wir 50 Prozent Frauen im Gemeinderat haben. Früher waren es sogar mehr“, so Servatius. Sie findet, dass Frauen ruhiger und sachlicher diskutieren können und sich in diversen Themengebieten vor allem in der Kommunalpolitik „einfach besser auskennen“. Servatius hat beobachtet, dass eine Veränderung hin zur absoluten Gleichberechtigung im Gange ist, allerdings noch Schranken in den Köpfen abgebaut werden müssten. Im Übrigen wird das Gautinger Gymnasium von einer Frau geleitet, ganz im Gegenteil zu den übrigen Gymnasien im Landkreis (Tutzing, Gilching, Starnberg, Kempfenhausen), wo Männer das Zepter schwingen.

Ferdinand Pfaffinger bestätigt Servatius’ These und denkt, „dass mehr weiblicher Einfluss der Diskussionskultur im Stadtrat sicher gut tun würde“, aber am Ende liege es doch in der Hand des Wählers. Der Starnberger Bürgermeister bezeichnet es als „männliches Attribut“, von sich selbst sehr überzeugt und auf eine gewisse „Meinung festgefahren“ zu sein. Ihm gehe es jedoch ausschließlich um Qualifikation und nicht ums Geschlecht. Zwar erklärt Stadtsprecher Karl Heinz Springer, dass in der Starnberger Verwaltung zahlreiche Frauen Führungspositionen innehätten, die Leitung der vier Ämter, also die Spitzenpositionen, obliegt allerdings wieder ausschließlich den Männern.

Dass es auch anders geht, beweist Dr. Ursula Münch. Die Politik-Professorin ist verheiratet, hat zwei Kinder und fungiert seit 1. November 2011 als Direktorin der Akademie für Politische Bildung in Tutzing. Sie spricht von einem länger dauernden Prozess. Frauen würde es häufig schwerer gemacht, weil Personen, die an die Spitze wollten, Unterstützer benötigen, die Talente und Begabungen unabhängig von Geschlecht fördern. „In vielen Fällen suchen sich Menschen in Spitzenpositionen Nachwuchs, der ihnen ähnlich ist.“ Und wenn die Unterstützer überwiegend männlich seien, tue sich nur sehr wenig. Quotierungen seien laut Münch besser als nur Bekenntnisse. Für Susanne Mörtl steht fest, dass mehr Frauen gefördert und Verantwortung übernehmen müssten, denn: „Frauen diskutieren auf einer anderen Ebene und haben nicht diesen männlichen Tunnelblick.“

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Kommentare

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Aloski25.01.2013, 12:11
(15)(0)

Der Artikel ist echt schlimm!
zu vorhin kann ich noch hinzufügen:

Aus dem Text geht auch Folgendes hervor:
"Frauen leiten ein Gymnasium" heißt es im Text .. und.... wenn es ein Mann in der gleichen Verantwortung ist, dann "schwingt er das Zepter".

des weiteren heißt es im Text:

"Sie findet, dass Frauen ruhiger und sachlicher diskutieren können und sich in diversen Themengebieten vor allem in der Kommunalpolitik „einfach besser auskennen“
... und das wird von manchen auch noch nachgeäfft und beklatscht.

Sollte es je ein Mann wagen, folgende Feststellung zu machen:

".... dass Männer ruhiger und sachlicher diskutieren können und sich in diversen Themengebieten vor allem in der Kommunalpolitik „einfach besser auskennen“

Ein Schrei des Entsetzens wegen "Frauenfeindlichkeit und Sexismus und Machokultur" würde gegen den "Übeltäter" losgetreten werden.

Na sowas!

Aloski25.01.2013, 10:44
(15)(0)

"Männer schauen zu wenig über den Tellerrand hinaus und sehen zu selten das große Ganze“, sagt die 3. Bürgermeisterin.

Nun stelle man sich mal Folgendes vor:
Der -männliche- Bürgermeister erklärt:

"Frauen schauen zu wenig über den Tellerrand hinaus und sehen zu selten das große Ganze“

Ein Sturm des Entsetzens über Gefühllosigkeit und frauenfeindlichen Sexismus würde losbrechen.

Ich finde den Kommentar der 3. Bürgermeisterin sexistisch, beleidigend, männerfeindlich und beschämend!

Des weiteren: 14 Bürgermeister...( vom Volk gewählt)
und der Titel der Story:
"Die Spitze bleibt männlich"

ja, und der Bodensatz auch.

Warum spricht die Bürgermeisterin nicht über die Müllabfuhr; dort ganz unten schuften nur Männer!
Oh! Und für das städtische Bauamt, draussen auf den Baustellen, dort arbeiten nur Männer.

Die 3. Bürgermeisterin soll halt mal über ihren feministischen Tellerrand raussehen und schaun, wer in aller Herrgottsfrüh um drei, vier oder fünf Uhr Schnee räumt.
Nur Männer.

Wie wär´s mit der Titelgeschichte:
"Männer sind Spitze im Schneeräumen"
- Bürgermeisterin appelliert an die Frauen, sich zu emanzipieren und sich auch zu beteiligen; ebenso bei der Müllabfuhr und auf den Baustellen des städtischen Bauhofes.

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