Steingaden - Die Prämonstratenser haben Steingaden nachhaltig mitgeprägt - mit der Amtseinführung Lerchenmüllers im September schließt sich der Kreis.

Blickt man auf die Ordensgründung, muss man in das Nordfrankreich des 12. Jahrhunderts zurückgehen. Der Wanderprediger Norbert von Xanten (1080 bis 1134, ab 1126 Erzbischof von Magdeburg, 1526 Heilig gesprochen) hatte die Erlaubnis erhalten, 1121 bei Prémontré eine klösterliche Gemeinschaft zu gründen. Die Ordensgemeinschaft der Prämonstratenser in Steingaden wurde von Hugo von Fosses, Nachfolger des Ordensgründers und Generalabt von Prémontré, aus der Taufe gehoben. Das Mutterkloster war für Steingaden Rot an der Rot; aus dieser Prämonstratenserabtei kamen auch die Chorherren und der erste Steingadener Abt, Probst Anselm, dessen Todestag sich am 11. Februar zum 850. Male jährt. Die weltliche Seite der Steingadener Klostergründung hatte 1147 Herzog Welf VI. in die Hand genommen.
Die Ordensregel der Prämonstratenser orientierte sich bei der Gründung an der Regel des Augustinus, wenn auch etwas modifiziert, erläutert der Steingadener Historiker Klein. Schwerpunkt und Unterschied zugleich war, auch in die Pfarreien hinauszugehen. So blieb das Kloster Steingaden zwar Stützpunkt, aber die Steingadener betreuten Pfarreien bis Richtung Buchloe und Türkheim und sogar in Südtirol.
Der Prämonstratenser-Pater Petrus-Adrian Lerchenmüller kommt als Nachfolger von Pfarrer Günther Bäurle und wird ab dem 1. September im Dienst sein. Klein sieht das als „glückliche Fügung“, zumal Steingaden bis heute die Verbindung zu den Prämonstratensern in Roggenburg aufrecht erhalten hat. Möglicherweise haben sich Generalabt Thomas Handgrätinger oder der Roggenburger Administrator Pater Gilbert Kraus dafür eingesetzt, dass nach mehr als 200 Jahren nun wieder ein Prämonstratenser vor Ort sein wird. „Das ist schon etwas besonderes“, resümiert Klein.
Elke Robert
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