Rottach-Egern - Das Tierheim in Rottach-Egern führt bereits eine Warteliste. Acht Hunde hat die Einrichtung derzeit zu betreuen, die Aufnahmekapazität ist damit erschöpft.

Eine ganze Meute haben (v.l.) Uschi Meyer, Manuela Hefele und Thomas Heydock zu betreuen. Das Hundehaus ist voll besetzt. Foto: Thomas Plettenberg
Markus Glanz, Mitarbeiter des Tierheims in den Weißachauen, spricht von einer „dramatischen Situation“. Der Import von so genannten Süd- und Osthunden mache den Tierheimen in Bayern schwer zu schaffen - gerade zur Urlaubszeit, berichtet er. Auch im Landkreis bieten private Vermittler via Internet immer öfter junge Hunde aus dem Ausland zum Kauf an. „Die Leute haben ein großes Herz und wollen die Tiere retten, dabei gibt es genügend hilfsbedürftige Hunde in unserem eigenen Landkreis“, schildert Glanz das Problem.
Seit einem Jahr hat er nach eigenen Angaben so gut wie keinen Hund mehr vermitteln können. Ein junger Mischling aus dem Süden werde einem sechsjährigen Rüden „mit Vorgeschichte“ aus dem Tierheim eben vorgezogen.
Doch nicht nur die Hunde-Zwinger platzen in Rottach-Egern derzeit aus allen Nähten, auch dem Katzenhaus droht die Überfüllung. Seit dem „Tag der offenen Tür“ im Juli seien 14 Neuzugänge eingetroffen, erklärt Glanz, der das Tierheim gemeinsam mit seiner Kollegin Uschi Meyer führt.
Glanz und sein Team hoffen, dass sich die Situation nach Ferienende wieder ein wenig entspannt. Bis dahin appelliert er an alle Tierfreunde „mit Helfersyndrom“, sich gut zu überlegen, ob sie sich tatsächlich ein Tier aus dem Ausland zulegen wollen. Vorher sollten sie doch lieber ins Tierheim vor der eigenen Haustür schauen. Glanz: „Auch ein größerer, älterer Hund kann gut und gerne noch etliche Jahre leben.“
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