Tegernseer Tal - Eiszeit für die kalte Schönheit: Der Tegernsee ist komplett zugefroren - erstmals nach sechs Jahren wieder. Die seltene Eisdecke verändert auch den Alltag rund um das Gewässer.

© Klaus Wiendl
Ein Herz für den Tegernsee: In Bad Wiessee hat ein unbekannter Künstler diese Skulptur geschaffen.
Der zugefrorene Tegernsee: Für einige Einheimische und Touristen ist dieser Anblick zu verlockend. Leichtsinnig spazieren sie über die vereiste Egerner Bucht. Sogar Langläufer haben sich ihre Bretter unter die Füße geschnallt. Ein äußerst riskanter Ausflug: Die Wasserwacht warnt eindringlich davor, den See zu betreten.
„Das Eis ist nur zwischen zwei und zehn Zentimeter dick“, weiß Jan Zangenfeind, Pressesprecher der Kreiswasserwacht Miesbach. Die größte Gefahr dabei: „Es gibt keine gleichmäßige Eisfläche“, sagt er. So ist das Eis mitunter im Uferbereich relativ dick, während es an anderen Stellen - zwischen Tegernsee und Wiessee - gefährlich wird. Dafür sorgen die vielen Strömungen. Ins frische Eis ist bislang noch keiner eingebrochen. Für den Fall der Fälle ist die Schnell-Einsatz-Gruppe der Wasserwacht einsatzbereit - in Wiessee stehen ein Eisrettungsschlitten und ein Boot parat.
Die aktuelle Zwangspause bedeutet für die elf Mitarbeiter aber keineswegs Entspannung: Die Angestellten warten laut Betriebsleiter Lorenz Höß derzeit Motoren, Getriebe und Inneneinrichtung. Zudem sind sie damit beschäftigt, an den Stegen Schnitte ins Eis zu setzen - um die Stege vom Druck des Eises zu entlasten.
Auch die Boote der Tegernseer Fischerei bleiben dieser Tage am Ufer. „Die Fischerei ruht seit vier Wochen“, sagt Berufsfischer Michael Ostermeier. Erst konnten die drei Mitarbeiter wegen starken Windes nicht rausfahren, jetzt ist es das Eis. Die Angestellten kümmern sich daher momentan im Wiesseer Bruthaus um die Nachzucht sowie um den Verkauf aus der Kreuther Fischzucht.
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