Taufkirchen - Hat Geothermie in Taufkirchen keine Chance? Viele Mandatsträger zweifeln inzwischen offen daran, dass Projekten mit dieser regenerativen Energiequelle in der Hachinger-Tal-Gemeinde jemals ein Erfolg beschieden sein wird.
Wie so oft kam es auch in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung in Taufkirchen nicht zu einer Einigung: Mit einem denkbar knappen Ergebnis von 6:5 Stimmen erteilten die Kommunalpolitiker in einer spannungsgeladenen Diskussion der Antrag der „GeoEnergie Taufkirchen GmbH“ erst einmal eine Absage. Die Gesellschaft plant, auf einem landwirtschaftlichen Gelände auf Taufkirchener Flur Bohrungen für ein mögliches Geothermie-Kraftwerk vorzunehmen. Hierfür ist die Änderung des Flächennutzungsplanes nötig: Das Areal ist derzeit als „landwirtschaftliche Fläche mit besonderer ökologischer Bedeutung“ ausgewiesen.
Nach Auffassung der Gemeinderatsmitglieder steht der Erteilung einer baurechtlichen Genehmigung auch nichts entgegen. Als problematisch bewerteten die ILT und die CSU jedoch die Ausgangslage: So ist die Nutzung von Heißwasser aus dem Erdinneren nur dann möglich, wenn das Wasser eine Temperatur von mindestens 120 Grad hat und die Schüttung ausreichend ist. Das Problem: Ob diese Parameter auf dem Grundstück gegeben sind, kann nur durch eine Bohrung herausgefunden werden. Scheitern aber diese Voraussetzungen, hätte die Gemeinde - so die Befürchtung von Fritz Dengler und Karl Heinz Hansen (ILT) - die Erlaubnis einer Flächennutzungsplanänderung „ins Blaue“ erteilt und somit dem Investor zu einem Baurecht verholfen, das er dann ganz anders nutzen könne. „Das wollen wird nicht“, sagte Hansen. Erst müssten sich der Bauwerber im Beisein des Landrats- und des Bergbauamtes konkret zu seinen Plänen äußern. Diese seien nach wie vor „zu vage“ definiert.
Auch Michael Lilienthal (UWT) ärgerte sich: Mache der Gemeinderat so weiter wie bisher, „vergrätze“ er es sich mit sämtlichen Bauwerbern. „Ich muss schon sagen: Wenn ich der Investor wäre und mir das hätte anhören müssen, hätte ich den Raum schon längst verlassen.“ Taufkirchen sei mal wieder drauf und dran, sich um eine einmalige Chance zu bringen, ist sich Lilienthal sicher.
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